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Abteilung für Plastische, Rekonstruktive und Handchirurgie, Verbrennungszentrum, Paracelsus Medizinische Privatuniversität, Klinikum Nürnberg, Breslauer Str. 201, 90471 Nürnberg, Deutschland
Hintergrund: NexoBrid® ist ein bromelainbasiertes, selektives enzymatisches Débridement und stellt eine etablierte Alternative zur chirurgischen Nekroseabtragung dar. Neben Vorteilen wie reduziertem Blutverlust, geringerem Transplantationsbedarf und verbesserter Behandlung technisch anspruchsvoller Areale wird die Sicherheit des Verfahrens weiterhin diskutiert. Während Konsensleitlinien den Einsatz insgesamt befürworten, bestehen Hinweise auf potenzielle Auswirkungen auf das Gerinnungssystem, insbesondere bei prädisponierten Patienten. Fallberichte beschreiben seltene Fälle verstärkter Blutungen bei vorbestehenden Gerinnungsstörungen oder ausgeprägten oberflächlichen Venen.
Methoden: Retrospektive Analyse von 75 Patientinnen und Patienten mit ≤10 % TBSA, bei denen Veränderungen klinischer Vitalparameter sowie Entzündungs- und Gerinnungsmarker vor und nach NexoBrid®-Anwendung untersucht wurden.
Ergebnisse: Es zeigten sich geringe systemische Effekte: ein moderater Temperaturanstieg innerhalb des Normbereichs (p = 0,018), ein signifikanter CRP-Anstieg (p < 0,001) sowie ein Abfall des Hämoglobins (p < 0,001). Die Leukozytenzahl veränderte sich nicht signifikant (p = 0,927). Eine leichte, statistisch signifikante Abnahme der Prothrombinzeit (p = 0,002) deutet auf diskrete Gerinnungsinteraktionen hin, jedoch ohne klinische Relevanz in dieser Kohorte. Der Anteil behandelter TBSA korrelierte nur mit minimal höheren Temperaturen (p = 0,036), jedoch nicht mit anderen Entzündungsmarkern.
Schlussfolgerung: Bei kleinen Verbrennungsflächen ist NexoBrid® insgesamt sicher und führt lediglich zu milden, klinisch nicht relevanten systemischen Veränderungen. Die Ergebnisse ergänzen die aktuelle Evidenz, die eine sichere Anwendung auch bei komplexeren Patienten unterstützt – unter Beachtung von Vorsichtsmaßnahmen bei präexistierenden Gerinnungsstörungen oder venösen Gefäßveränderungen. Die Beobachtungen tragen zu einer weiteren Präzisierung zukünftiger Anwendungsempfehlungen bei.