Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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Therapie thermischer Verletzungen Ort: Raum 16a, 1. OG | |
| Präsentation 4 | |
Verlauf und Prädiktoren chronischer Schmerzen und Pruritus nach schweren Verbrennungsverletzungen: Ergebnisse einer prospektiven multizentrischen Kohortenstudie 1: Klinik für Hand-, Replantations- und Mikrochirurgie, Zentrum für Schwerbrandverletzte und Plastische Chirurgie, Unfallkrankenhaus Berlin, Lehrstuhl für Hand-, Replantations- und Mikrochirurgie, Charité Universitätsmedizin Berlin; 2: Klinik für Hand, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Schwerbrandverletztenzentrum, BG Klinik Ludwigshafen, Klinik für Plastische Chirurgie der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg; 3: Yale School of Medicine, Division of Plastic and Reconstructive Surgery; 4: Gräfliche Kliniken - Moritz Klinik GmbH, Bad Klosterlausnitz Hintergrund: Chronische Schmerzen und Pruritus zählen zu den häufigsten und belastendsten Langzeitfolgen nach schweren Verbrennungsverletzungen und persistieren häufig trotz spezialisierter Rehabilitation. Während die Prävalenz dieser Symptome gut beschrieben ist, sind deren zeitliche Verläufe sowie klinische und psychosoziale Prädiktoren bislang unzureichend verstanden. Ziel dieser Arbeit war es, Prävalenz, Verlauf und Risikofaktoren postverbrennungsbedingter Schmerzen und Pruritus über einen Zeitraum von zwölf Monaten nach stationärer Rehabilitation systematisch zu untersuchen. Methodik: Es erfolgte eine Sekundäranalyse einer prospektiven, multizentrischen Kohortenstudie mit 103 erwachsenen Verbrennungspatient:innen, die ein ICF-basiertes stationäres Rehabilitationsprogramm absolvierten. Schmerzen in Ruhe, belastungsabhängige Schmerzen, Gelenkschmerzen sowie Pruritus wurden zu Rehabilitationsbeginn, bei Entlassung sowie nach 3 und 12 Monaten mittels numerischer Ratingskala (NRS) erfasst. Klinisch relevante Symptome wurden als NRS ≥ 4 definiert. Posttraumatische Belastungssymptome (PTBS) wurden standardisiert erhoben. Multivariable logistische Regressionsanalysen dienten der Identifikation unabhängiger Risikofaktoren für persistierende Symptome. Ergebnisse: Zu Rehabilitationsbeginn berichteten 17,5 % der Patient:innen über relevante Schmerzen in Ruhe, 49,5 % über belastungsabhängige Schmerzen, 40,0 % über Gelenkschmerzen und 68,0 % über Pruritus. Nach 12 Monaten zeigte sich zwar eine moderate Abnahme der Symptomprävalenz, jedoch persistierten Pruritus (51,1 %) und belastungsabhängige Schmerzen (30,4 %) bei einem erheblichen Anteil der Betroffenen. Eine bestehende PTBS war der stärkste unabhängige Prädiktor für alle untersuchten Symptomdomänen, einschließlich Schmerzen in Ruhe (OR 23,8), belastungsabhängiger Schmerzen (OR 10,5), Gelenkschmerzen (OR 12,9) und Pruritus (OR 4,36). Adipositas war zusätzlich mit einem erhöhten Risiko für persistierende Schmerzen in Ruhe assoziiert. Zusammenfassung: Chronische Schmerzen und Pruritus bleiben trotz spezialisierter Rehabilitation ein relevantes Langzeitproblem nach Verbrennungen. Psychische Komorbiditäten, insbesondere PTBS, spielen eine zentrale Rolle für die Persistenz somatischer Symptome. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit integrativer, multidisziplinärer Rehabilitationskonzepte, die körperliche und psychologische Faktoren gleichermaßen adressieren, um die langfristige Lebensqualität von Verbrennungspatient:innen zu verbessern. | |
