Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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Perioperatives Management der Autologen Brustrekonstruktion in Koop. mit der DAM Ort: Raum 14, 1. OG | |
| Präsentation 7 | |
Fallkostenanalyse und Experteneinschätzung zur Wirtschaftlichkeit der autologen Brustrekonstruktion mittels DIEP-Lappenplastik Klinik für Plastische, Wiederherstellende und Handchirurgie, Zentrum für Schwerbrandverletzte, Klinikum Nürnberg Süd Hintergrund: Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung der Frau in Deutschland; etwa eine von acht Frauen erkrankt im Laufe ihres Lebens an einem Mammakarzinom. Nach Mastektomie gilt die autologe Brustrekonstruktion mittels Deep Inferior Epigastric Perforator (DIEP)-Lappenplastik in vielen Zentren als Goldstandard, da sie ein natürliches Weichteilvolumen bei hohen Raten an Langzeit-Patientenzufriedenheit und günstigen Komplikationsprofilen ermöglicht. Gleichzeitig handelt es sich um ein komplexes, ressourcenintensives Verfahren mit langen Operations- und Verweildauern, dessen Abbildung im deutschen DRG-System nicht selbstverständlich kostendeckend ist. Methoden: Es wurde eine monozentrische Fallkostenanalyse auf Patientenfall-Ebene aller einseitigen DIEP-Brustrekonstruktionen ohne Major-Komplikationen im Jahr 2023 durchgeführt. Die direkten medizinischen Behandlungskosten (Personal, Infrastruktur, Diagnostik, Medikamente, Verbrauchsmaterialien) wurden entlang der gesamten Behandlung prä-, peri- und postoperativ erfasst. Die Erlösberechnung erfolgte anhand der DRG J01Z mit separater Betrachtung des Pflegeentgelts. Indirekte Kosten wurden auf Grundlage der aktuellen Literatur eingeschätzt. Ergänzend wurde eine qualitative Expertenbefragung mit fünf erfahrenen Brustchirurgen aus unterschiedlichen Zentren der Plastischen und Rekonstruktiven Chirurgie durchgeführt und mittels inhaltlich strukturierender Inhaltsanalyse ausgewertet. Ergebnisse: Die mittleren direkten Behandlungskosten beliefen sich auf 9.824,40 € pro Patientin. Der operative Erlös gemäß DRG J01Z betrug 14.017,05 €. Bei einer mittleren Verweildauer von 7 Tagen wurde zusätzlich ein Pflegeentgelt in Höhe von 1.606,85 € vergütet, sodass sich ein Gesamterlös von 15.623,90 € ergab. In der Literatur werden indirekte Kosten mit bis zu 50 % der direkten Kosten angegeben, was in der vorliegenden Analyse einem Betrag von 4.912,20 € pro Fall entspricht. Unter Berücksichtigung dieser indirekten Kosten ergeben sich geschätzte Gesamtkosten von 14.736,60 € und damit bei ausschließlicher Betrachtung des operativen DRG-Erlöses ein rechnerisches Defizit von 719,55 € pro Fall. Erst durch die zusätzliche Vergütung des Pflegeentgelts resultiert eine rechnerische Kostendeckung mit einem Überschuss von 887,30 €. Schlussfolgerung: Die Wirtschaftlichkeit der einseitigen DIEP-Lappenplastik im deutschen DRG-System ist in erheblichem Maße vom Pflegeentgelt abhängig. Ohne Pflegepauschale und unter realitätsnaher Berücksichtigung indirekter Kosten ist die Prozedur ökonomisch nicht kostendeckend. Vor diesem Hintergrund erscheint eine Weiterentwicklung der Vergütungsmodelle erforderlich, die den ressourcenintensiven Charakter komplexer mikrochirurgischer Rekonstruktionen angemessen berücksichtigt. | |
