Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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Handtraumatologie in Koop. mit der DGH Ort: Saal Y, 1. OG | |
| Präsentation 4 | |
Versorgungssituation der Lunatumluxation und perilunären Luxationsfraktur in Deutschland – Eine retrospektive, multizentrische Registerstudie Universitätsklinikum Dresden, Deutschland Einleitung Schwere Verletzungen des Carpus sind selten, jedoch nicht weniger gefürchtet. Die vorliegende Arbeit untersucht die Versorgungssituation der Lunatumluxation und perilunären Luxationsfraktur in Deutschland und vergleicht diese zwischen Handtraumzentren und nicht-spezialisierten Einrichtungen. Insbesondere berücksichtigt werden die Schnitt-Naht-Zeit, das Intervall zwischen Trauma und definitiver operativer Versorgung sowie die Behandlungsmethoden. Methode: Die multizentrische Studie stützt sich auf Daten des HandTraumRegisters der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie (HTR DGH). Eingeschlossen wurden insgesamt 169 Patientenfälle der Jahre 2018 bis 2023 bei denen eine Lunatumluxation oder perilunäre Luxationsfraktur vorlag. Die beteiligten Kliniken wurden in 3 Kategorien eingeteilt: Handtraumazentren, Handtraumazentren mit FESSH-Zertifizierung sowie nicht-spezialisierte Kliniken. Untersucht wurden soziodemografische Variablen, charakteristische Verletzungsbilder, Behandlungsformen sowie zeitliche Kenngrößen. Die statistische Analyse wurde mittels Mann-Whitney-U-Test sowie Pearson‘s Chi-Quadrat-Test und exaktem Test nach Fisher durchgeführt. Ergebnisse: Im Beobachtungszeitraum konnte 169 Fälle mit perilunärer Luxationsfraktur und Lunatumluxation eingeschlossen werden, dies entspricht 0,06% aller erfassten Fälle im HandTraumRegister der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie im Beobachtungszeitraum. 81 Fälle stammten aus Handtraumazentren mit FESSH-Zertifizierung, 72 Fälle aus Handtraumazentren ohne FESSH-Zertifizierung und 16 Fälle aus nicht-spezialisierten Einrichtungen. Die Zeit zwischen Aufnahme in der entsprechenden Klinik und Beginn der operativen Versorgung war mit durchschnittlich 62,8h in nicht-spezialisierten Einrichtungen signifikant länger als in Handtraumazentren mit durchschnittlich 4,15h (p=0,008). Die durchschnittliche Schnitt-Naht-Zeit war in nicht-spezialisierten signifikant kürzer als in Handtraumazentren (114min. vs. 145min., p=0,032). Innerhalb der Handtraumazentren zeigten sich keine signifikanten Unterschiede bezüglich der angesprochenen Parameter zwischen Zentren mit oder ohne FESSH-Zertifizierung. Schlussfolgerung: Lunatumluxationen und perilunäre Luxationsfrakturen stellen handchirurgische Notfälle dar und sollen einer zeitnahen Versorgung zugeführt werde, was in nicht-spezialisierten Einrichtungen nicht eingehalten werden konnte. Vor dem Hintergrund der aktuellen Krankenhausreform scheint es zielführend eine Bündelung von Patientenströmen in spezialisierte Einrichtungen vorzunehmen. So können bestehende Strukturen geschont und durch eine organisierte, qualitätsorganisierte Zentralisierung besser ausgelastet werden und das Vorhalten von Ressourcen in nicht-spezialisierten Einrichtungen obsolet machen. Insbesondere die Aussicht, durch reduzierte Ressourcenverteilung auf viele Einzelkliniken gesamtgesellschaftliche Gesundheitskosten zu senken, macht eine solche Vorgehensweise denkbar. Potentielle medizinische Vorteile wie eine schnellere Diagnosestellung und gezielte operative Versorgung, könnten zudem zu einem besseren Outcome und einer Steigerung der postoperativen Lebensqualität von Patienten mit komplexen Handverletzungen beitragen. | |
