Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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Therapie thermischer Verletzungen Ort: Raum 16a, 1. OG | |
| Präsentation 8 | |
Chirurgisches Management Schwerbrandverletzter unter V-V ECMO – Erfahrungen und perioperatives Protokoll BG Universitätsklinikum Bergmannsheil Bochum, Deutschland Hintergrund Schwerbrandverletzungen gehen mit einer hohen Morbidität und Mortalität einher und erfordern ein eng abgestimmtes Zusammenspiel von Intensivmedizin und operativer Therapie. Ein wesentlicher Bestandteil der Versorgung ist das frühzeitige chirurgische Débridement und die Deckung. Gleichzeitig entwickeln einige Patient:innen trotz moderner Beatmungsstrategien ein schweres, therapierefraktäres akutes Lungenversagen (ARDS), bei dem die veno-venöse extrakorporale Membranoxygenierung (V-V ECMO) als letzte therapeutische Option eingesetzt wird. Die Durchführung notwendiger chirurgischer Eingriffe unter laufender ECMO-Therapie stellt dabei eine besondere Herausforderung dar: Antikoagulation, inflammatorische Veränderungen und die Schwere der thermischen Verletzung bedingen ein erhöhtes Risiko für Blutungen, hämodynamische Instabilität und hohen transfusionsmedizinischen Aufwand. Systematische Daten zu diesem hochselektiven Patientenkollektiv sind bislang nur in begrenztem Umfang verfügbar. Ziel der vorliegenden Arbeit war es daher, die klinischen Erfahrungen eines Zentrums mit chirurgischen Eingriffen bei schwerbrandverletzten Patient:innen unter V-V ECMO darzustellen und die dabei angewandten perioperativen Abläufe zu beschreiben und zu standardisieren. Materialien und Methoden Es erfolgte eine retrospektive Analyse aller schwerbrandverletzten Patient:innen, die zwischen 2022 und 2024 an unserem Zentrum unter V-V ECMO behandelt wurden. Erfasst wurden demographische Daten, Ausmaß und Tiefe der Verbrennungen, ECMO-spezifische Parameter (Dauer, Kanülierung, Antikoagulationsregime), transfusionsmedizinische Daten sowie Anzahl, Zeitpunkt und Umfang der unter ECMO-Therapie durchgeführten chirurgischen Eingriffe. Zusätzlich wurden intra- und postoperative Komplikationen dokumentiert. Auf Grundlage dieser klinischen Erfahrungen wurde ein perioperatives Protokoll erarbeitet, das Aspekte wie präoperative Gerinnungsdiagnostik, individuelle Anpassung der Antikoagulation, Temperatur- und Volumenmanagement sowie die interdisziplinäre Entscheidungsfindung zwischen Chirurgie, Anästhesie und Intensivmedizin berücksichtigt. Ergebnisse Insgesamt wurden 14 Patient:innen (9 männlich, 5 weiblich) mit einer mittleren verbrannten Körperoberfläche von 41 % (Spanne 25–70 %) unter ECMO behandelt. Die mittlere ECMO-Dauer betrug 12 Tage. Unter laufender ECMO wurden 12 chirurgische Eingriffe durchgeführt, bei denen im Mittel 11,8 % TBSA exzidiert wurden. Pro Patient:in wurden durchschnittlich 14,9 Erythrozytenkonzentrate, 11,2 FFP und 6,3 Thrombozytenkonzentrate transfundiert. Blutungskomplikationen traten bei 7 Patient:innen auf, davon erforderte ein Fall eine operative Revision. Zwei Eingriffe mussten aufgrund hämodynamischer Instabilität abgebrochen werden. Thromboembolische Ereignisse wurden nicht beobachtet. Die Gesamtmortalität betrug 64 % und spiegelt die Schwere der Verletzungen sowie die Komplexität des Krankheitsverlaufs wider. Schlussfolgerung Chirurgische Eingriffe bei schwerbrandverletzten Patient:innen unter laufender ECMO-Therapie sind mit einem hohen Risiko verbunden, können jedoch durch sorgfältige Vorbereitung und enge interdisziplinäre Zusammenarbeit erfolgreich durchgeführt werden. Die in dieser Arbeit dargestellten Erfahrungen veranschaulichen die Bedeutung strukturierter Abläufe im perioperativen Management. Allgemeingültige Empfehlungen lassen sich hieraus nicht ableiten; weitere multizentrische Untersuchungen sind erforderlich, um die Versorgung dieser Hochrisikopatient:innen zu verbessern. | |
