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Traumatische Nagelbettverletzungen: Funktionelle und ästhetische Ergebnisse
Arsalan-Werner, Annika; Greulich, Sina; Hirche, Christoph
BG Unfallklinik Frankfurt, Deutschland
Hintergrund: Traumatische Nagelbettverletzungen gehören zu den häufigsten Fingerkuppenverletzungen und können langfristige funktionelle und ästhetische Beeinträchtigungen verursachen. Ziel dieser Studie war die Analyse langfristiger klinischer, funktioneller und ästhetischer Ergebnisse nach primärer mikrochirurgischer Nagelbettrekonstruktion unter Verwendung des Oxford Fingernail Appearance Score (OFNAS).
Methoden: In diese retrospektive monozentrische Studie wurden 47 erwachsene Patientinnen und Patienten mit 49 betroffenen Fingern eingeschlossen, die primär mikrochirurgisch versorgt wurden. Die Nachuntersuchung erfolgte nach mindestens 36 Monaten. Das ästhetische Outcome des nachgewachsenen Nagels wurde anhand des Zook-Scores und Oxford Finger Nail Appearance Scores bewertet. Klinische und patientenberichtete Outcomes wurden erhoben.
Ergebnisse: Das mittlere Alter betrug 48,0 ± 15,1 Jahre, die Nachbeobachtungszeit 64,6 ± 15,5 Monate. In 39 von 49 Fingern (79,6 %) lag eine distale Phalangenfraktur vor. Nach OFNAS zeigten 6 Finger (12,2 %) ein optimales Ergebnis (Score 5), 35 Finger (71,4 %) keine oder milde Deformitäten (Score 3–4) und 8 Finger (16,3 %) ausgeprägte Deformitäten (Score 0–2). Der mittlere QuickDASH-Score betrug 1,4 ± 2,8. Die Patientenzufriedenheit lag bei 9,0 ± 1,3 auf der NRS.
Schlussfolgerung: Die primäre mikrochirurgische Nagelbettrekonstruktion war im Langzeitverlauf mit günstigen funktionellen Ergebnissen und hoher Patientenzufriedenheit verbunden. Aufgrund des retrospektiven Studiendesigns und fehlender Vergleichsgruppen sollten die Ergebnisse vorsichtig interpretiert und in zukünftigen Studien mit alternativen Therapieverfahren, insbesondere der Rekonstruktion des Nagelbetts unter Einsatz von Gewebeklebern, verglichen werden.