Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung. Bitte wählen Sie einen Ort oder ein Datum aus, um nur die betreffenden Sitzungen anzuzeigen. Wählen Sie eine Sitzung aus, um zur Detailanzeige zu gelangen.
Hintergrund: Revisionseingriffe bei freien Lappen gelten als zeitkritisch, dennoch ist unklar, welche Teilabschnitte der prä‑inzisionellen Verzögerung („silent delay“) das Salvage‑Outcome tatsächlich beeinflussen.
Methoden: Es wurde eine retrospektive, monozentrische Analyse aller Re‑Explorationen freier Lappenplastiken mit Verdacht auf vaskuläre Kompromittierung zwischen Januar 2020 und Juni 2025 (n = 113) durchgeführt. Die Zeit von OP‑Anmeldung bis Inzision wurde in Ankunftslatenz, Anästhesie‑Lead‑Time, OP‑Vorbereitung und Chirurgische Lead‑Time segmentiert. Die Operationsdauer wurde separat erhoben. Primärer Endpunkt war Salvage versus Totalverlust.
Ergebnisse: Die Rate totaler Lappenverluste bei Revisionsoperationen betrug 14,2%. Die mediane Zeit von Anmeldung bis Inzision war zwischen Salvage und Failure nahezu identisch (78 vs. 77 Minuten), ebenso Ankunftslatenz, OP‑Vorbereitung und Door‑to‑Incision. Es zeigte sich jedoch ein Trend zu längerer Anästhesie‑Lead‑Time (28 vs. 38 Minuten) und längerer Operationsdauer (83 vs. 109 Minuten) in der Failure‑Gruppe. Nachtoperationen waren nicht mit erhöhtem Risiko assoziiert, wohingegen Wochenendfälle einen höheren Anteil an Failure zeigten. Bei diesen Fällen zeigte sich ebenfalls eine längere Zeit von der primären Lappenhebung bis zur Revisionspflichtigkeit, welche diesen Prozess erklären kann.
Schlussfolgerung: In dieser Kohorte waren prä‑inzisionelle Logistik‑Verzögerungen zwischen Station und Schnitt nicht mit Free‑Flap‑Failure assoziiert. Hinweise ergaben sich vielmehr auf patienten‑ und anästhesiebezogene Komplexität sowie technisch anspruchsvolle Revisionen als Risikofaktoren. Qualitätsverbesserung sollte daher bei bestmöglicher Optimierung der Abläufe primär auf frühzeitige Erkennung/Entscheidung, effiziente Anästhesie‑Chirurgie‑Koordination und Optimierung komplexer Salvage‑Eingriffe zielen, weniger auf die reine Verkürzung der Transport‑ und Vorbereitungszeiten.