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Hintergrund: Das Überleben freier Lappenplastiken ist ein zentrales Thema der rekonstruktiven Mikrochirurgie. Die Monitorinsel dient der klinischen Beurteilung der Lappenviabilität, während die zugrunde liegenden molekularen Prozesse der frühen Lappenintegration bislang unzureichend verstanden sind. Transkriptomische Analysen können Einblicke in Gewebeadaptation und vaskuläre Umbauvorgänge liefern.
Methoden: In der frühen postoperativen Phase (5-8 Tage) wurden Hautproben aus autologen Lappen (DIEP, TMG), nativer Brust sowie der Monitorinsel von Patientinnen (n = 10) entnommen, die eine autologe Brustrekonstruktion erhielten. Zur Analyse der molekularen Unterschiede wurden bulk-mRNA-Sequenzierung und eine Validierung mittels Multiplex-qPCR sowie histologische und immunhistologische Färbungen durchgeführt.
Ergebnisse: Es zeigten sich klare transkriptomische Unterschiede zwischen Lappengewebe, Brustgewebe und Monitorinsel der Patientinnen (Alter 50,6 ± 10,12), wobei insbesondere die Monitorinsel ein eigenständiges Expressionsprofil aufweist: Gene mit Bezug zu vaskulären und immunassoziierten Signalwegen waren in der Monitorinsel im Vergleich zum Brustgewebe signifikant herunterreguliert (VEGFA, FOSL1, IL18RAP, RGCC). Demgegenüber zeigte sich eine signifikante Hochregulation von Stress-, Barriere- und Abwehrgenen (SPRR3, SERPINB4, DEFB4A), was auf eine ausgeprägte epitheliale Anpassungs- und Schutzreaktion in der frühen postoperativen Phase hinweist. Histologische Analysen zeigten zudem eine signifikant verdickte Epidermis in Monitorinseln, was die molekularen Hinweise auf eine verstärkte epitheliale Stress- und Wundheilungsantwort morphologisch untermauert. Die Picrosiriusrot-Färbung der Monitorinsel zeigte eine Zunahme fein organisierter Kollagenfasern (Typ III), vereinbar mit einem frühen extrazellulären Matrixumbau. Im Vergleich hierzu wiesen Lappen- und Brusthaut überwiegend dickere, reifere Kollagenfasern auf.
Zusammenfassung: Die Monitorinsel zeigt ein eigenständiges transkriptomisches und morphologisches Profil, das frühe Stress- und Anpassungsprozesse widerspiegelt. Sie ist damit ein biologisch aktives Gewebe und bietet neben der klinischen Überwachung ein zugängliches Modell zur Untersuchung früher Lappenintegrationsmechanismen in der autologen Brustrekonstruktion.