Veranstaltungsprogramm

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Sitzungsübersicht
Session
DKW C3: Diskurswerkstatt "Studierende publizieren – über ihre Forschung Methoden und Instrumente zwischen forschendem Lernen und Undergraduate Research Journals" [Offenheit]
Zeit:
Freitag, 10.03.2017:
11:00 - 14:00

Chair der Sitzung: Prof. Dr. Sandra Hofhues, Universität zu Köln
Ort: Raum 154
CL 1, Gebäudeteil B, 1. OG

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Präsentationen

Studierende publizieren – über ihre Forschung Methoden und Instrumente zwischen forschendem Lernen und Undergraduate Research Journals

Chair(s): Hendrik den Ouden (Universität zu Köln)

War es um das forschende Lernen in den 1980er und 1990er Jahre still geworden, stehen diverse Formate oder „Spielarten“ (Reinmann, 2015) seit den hochschul-/bildungspolitischen Reformen von Bologna in den 2000er-Jahren wieder auf der Agenda. Mit dem forschenden Lernen wird seither (wieder) die Annahme verbunden, dass es sich gut eigne, Studierende in der Wissenschaft zu sozialisieren und zu akademisch konturierten Kompetenzentwicklungsprozessen beizutragen. Überspitzt geht es beim forschenden Lernen also darum, Wissenschaft und insbesondere Forschung selbst zu betreiben. Diskurse verstehen forschendes Lernen inzwischen breiter, als der „Königsweg“ (z.B. Huber, 2009) adressiert, da Studierende durchaus in der Lage sind, auch Teile des Forschungsprozesses zu durchlaufen. Zwei Aspekte haben aber alle Diskurs gemein: Sie fordern von den Studierenden (und Lehrenden) ein, sich im Kontext akademischen Lehrens und Lernen eigene Gedanken zu machen; auch gehen sie davon aus, dass forschendes Lernen „zu Ende“ gedacht werden muss (Hofhues & Mallwitz, 2016). Gerade die Ergebnisse forschenden Lernens sollten für Dritte (z.B. die wissenschaftliche Gemeinschaft) zugänglich sein.

Die Diskurswerkstatt widmet sich solchen Veröffentlichungsmöglichkeiten für Studierende, die im anglo-amerikanischen Raum verbreitet, im deutschsprachigen Raum unterrepräsentiert sind. Welche Möglichkeiten bestehen für Studierende zu publizieren? Was sind gängige Methoden und Instrumente? Wie sind Undergraduate Research Journals (URJ) in diesem Kontext einzuordnen? In der Diskurswerkstatt sollen ausdrücklich Herangehensweisen zur Etablierung von Forschungsjournalen für Studierende und von Studierenden vorgestellt und verglichen werden, um Stolpersteine und Erfolgsfaktoren bei Implementierung zu identifizieren. Konkret werden die Rolle der Stakeholder und ihre Motivation für die Initiierung eines URJ sowie Profile der URJ, Lizenzmodelle und die (benötigten) Ressourcen sowie strategische Prozesse betrachtet.

 

Beiträge des Symposiums

 

Studentisches Publizieren als blinder Fleck des forschenden Lernens?

Julian Dehne1, Anna Heudorfer2, Eileen Lübcke2
1Universität Potsdam, 2Universität Hamburg

Eine der Kernideen forschenden Lernens ist, dass Studierende den Forschungsprozess in seinen verschiedenen Phasen selbständig (mit-)gestalten. Dieser Forschungsprozess umfasst auch die Ergebnisveröffentlichung. In der Wissenschaft ist dies die Phase, in der man über die Güte des Forschungsprozesses bspw. mittels Peer-Review-Verfahren entscheidet. Im Diskurs zum forschenden Lernen finden Darstellung und Publikation von Forschungsergebnissen allerdings noch wenig Berücksichtigung (vgl. Wildt, 2009). Im Rahmen des BMBF Projekts FideS haben wir 19 Projekte zum forschenden Lernen in der Studieneingangsphase untersucht und möchten diese Beispiele in die Diskussion einbringen. Wir bereiten insbesondere die verschiedenen Formate (Poster, Artikel, Studentische Konferenzen) auf und benennen Anerkennungsproblematiken studentischer Forschung. Darüber hinaus zeigen wir auf, warum die Studieneingangsphase von zentraler Bedeutung für das gesamte Lehr-Lernarrangement „forschendes Lernen“ ist.

 

Redaktionelle Arbeit in Undergraduate Research Journals

Sabrina Pensel1, Nicole Widmann2, Johanna Springhorn1
1sozusagen, 2Der Wilhelm

Der erste Teilbeitrag zeigt zunächst aus studentischer Perspektive „hands on“ auf, wie sich ein Undergraduate Research Journal bzw. ein Studierendenmagazin konkret umsetzen lässt. Dazu werden die studentischen Journals „SOZusagen“ (Universität Bielefeld) und „Der Wilhelm“ (Zeppelin Universität Friedrichshafen) vorgestellt und miteinander verglichen. Im Fall der „SOZusagen“ handelt es sich um ein vorwiegend disziplinäres Studierendenmagazin, das zwar an der Fakultät für Soziologie angebunden, aber seit vielen Jahren studentisch verwaltet und redaktionell betreut wird. Der Fokus des Vortrags liegt daher auf den Herausforderungen, die die redaktionelle Arbeit und Akquise neuer Autor_innen und Redaktionsmitglieder unter studentischer Verantwortung mit sich bringen. In Bezug auf „Der Wilhelm“ geht es um die Neugründung eines Undergraduate Research Journals. Hierbei werden vor allem organisational bedingte Herausforderungen und kritische Stimmen thematisiert.

 

Lehrendenbefragung zu „Undergraduate Research“ (USA/CAN)

Jakob Stärker
Universität zu Köln

Im zweiten Teil des Studierendenbeitrags wird ein Vergleich zum Stand von „Undergraduate Research“ in den anglo-amerikanischen Staaten gezogen. So sollen mögliche Defizite in der Umsetzung für studentische Forschung aufgedeckt und explizit bewältigt werden, damit studentisches Forschen und das Publizieren der Ergebnisse hierzulande möglich wird. Dieser Vergleich wird anhand von Interviews mit Mitarbeiter*innen, Dozent*innen und Professor*innen aus Kanada und der USA gezogen. Anschließend werden die Möglichkeiten einer Umsetzbarkeit im deutschen Universitätssystem geprüft, um so mögliche Innovationen für das studentische Forschen etablieren zu können.

 

„forsch!“

Birte Heidkamp
Hochschule Rhein-Waal

„forsch! - Studentisches Online-Journal der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg“ ist ein seit 2013 bestehendes Online-Journal, welches in verschiedenen Textformaten Raum für studentische Veröffentlichungen bietet und seitdem drei Ausgaben veröffentlicht hat.

Konzeptionell liegt forsch! ein Top-down-orientiertes Journalkonzept zugrunde, das im Rahmen des Drittmittelprojektes FLiF implementiert wurde. Im Zuge der Implementierung bestand die Herausforderung, eine redaktionelle Infrastruktur aufzubauen sowie eine universitätsweite Öffentlichkeit für das studentische Online-Journal herzustellen. Gerade die Schaffung eines universitätsweiten Bewusstseins für das Journal stellt sich rückblickend als zentrale Aufgabe dar, welche bis heute die Arbeit an dem Journal prägt.

 

Initiative für ein NRW-weites Undergraduate Research Journal

Dirk Burdinski1, Matthias Hochgürtel1, Sandra Hofhues2, Timo van Treeck1
1TH Köln, 2Universität zu Köln

Aus einem Workshop zum Forschenden Lernen heraus haben Lehrende die Initiative für die Entwicklung eines Undergraduate Research Journals in NRW ergriffen. Gemeinsam mit weiteren Akteuren der Universität zu Köln (Hochschuldidaktik, Mediendidaktik, Studierende) sowie der TH Köln (Hochschuldidaktik sowie weitere Lehrenden) entwickelte sich hieraus ein Bottom-up-Prozess für studentisches Publizieren an den Kölner Hochschulen, der auch auf Leitungsebene positiv wahrgenommen wird. Mit dem Ansatz eines hochschul- und hochschultypenübergreifend angelegten Journal sollen insbesondere Forschungsansätze und -prozesse aus unterschiedlichen Disziplinen und Bereichen für eine breite, vor allem studentische Leserschaft verdeutlicht werden.

Vorgestellt werden aktuelle Überlegungen zu Zielgruppen, Beitragsformaten, Rollen im Redaktions- und Reviewprozess sowie Integrationsmöglichkeiten in Curricula und NRW-weite Kooperationspartner*innen.



 
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