Veranstaltungsprogramm

Hier finden Sie eine vorläufige Übersicht aller Sessions/Sitzungen der dghd17.
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Sitzungsübersicht
Session
HE: Hacking Education [Offenheit/Vielfalt/Kultur des Ermöglichens]
Zeit:
Donnerstag, 09.03.2017:
14:30 - 17:00

Ort: Raum 203
CL 1, Gebäudeteil A, 2. OG

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Präsentationen

Evidenzbasiert oder eminenzbasiert? Hochschuldidaktik zwischen Hierarchien, Status und Beratungsresistenz

Annette Spiekermann

TU München

Erfahrene HochschuldozentInnen (= ProfessorInnen) sind intelligent, gebildet, umfassend informiert, meist kommunikativ – sie bearbeiten ein hochspezialisiertes Forschungsfeld, führen eine Anzahl an (Nachwuchs-) WissenschaftlerInnen, agieren souverän in internationalen, hochkompetitiven Communities, bekleiden zeitgleich eine Vielzahl von Ämtern und Positionen… warum lehren dann so viele von ihnen wie vor 60 Jahren, einzig ‚inspiriert‘ von der eigenen Erfahrung als StudentIn, fern von kritischer Reflexion und einem grundlegenden Verständnis vom nachhaltigen Lernprozess?

Das Fazit: das Potential zu guter Lehre ist vorhanden – dieser Hack zielt darauf, eben jenes Potential provokativ-kabarettistisch frei setzen und hält Spiegel vor Aspekte des universitären Selbstverständnisses, die üblicherweise im Verborgenen bleiben. Post-Hack-Erkenntnisse, die zu einem ggf. gelasseneren, weil humorvolleren Umgang mit der eigenen Profession führen, sind nicht ausgeschlossen und durchaus beabsichtigt.


Beim forschenden Lernen die lehrend Forschenden nicht vergessen! Ein Hack zur Verzahnung von Forschungs- und Lehrpraxis

Matthias Fischer

TU München

In den unterschiedlichen Fachwissenschaften gibt es verschieden geartete Versuche, Studierende in die Erzeugung und Verwertung von Forschungsergebnissen einzubinden. Meist geschieht das eher unstrukturiert, was den Ausgangspunkt darstellt, in diesem Hack ganz provokativ die Frage nach Synergieeffekten zu stellen: Wie müssten strukturierte Lehr-Lern-Settings gestaltet sein, in denen sowohl eine fundierte und effektive Lehre als auch deren Nutzung für die eigene Forschung ihre Berücksichtigung finden? Gibt es vielleicht einen pragmatischen Mittelweg zwischen der „Ausbeutung“ von Studierenden als kostenlose Hilfskräfte und dem rein pädagogisch orientierten Einsatz forschungsnaher Lehr-Lern-Formate als Beitrag zur studentischen Kompetenzentwicklung? In diesem Hack soll es Raum für die pointierte und kreative Adressierung dieser Fragen geben, wobei die TeilnehmerInnen die Möglichkeit haben, sich aktiv einzubringen.


Edu-Hack: Inklusive Assistenztools selbst gemacht!

Isabel Zorn

TH Köln

Sie als Studentin sind blind und im Seminar erhalten Sie einen Text, den Sie jetzt lesen und diskutieren sollen? Was tun Sie? Gehen sie wieder nach Hause?

Der Hack hackt digitale Apps und traditionelle haptische Materialien, um sie für Lehrveranstaltungen zur Ermöglichung diverser Sinnes- und Wahrnehmungskanäle umzubauen. Er stellt 2 didaktische und technische Möglichkeiten vor, um Technologie barrierefrei oder -arm einzusetzen und Lehr-Lernsituationen inklusiver zu gestalten.


Forschungsschnuppern als Studieneinstieg

Rosario Pires

Universität Hohenheim

Worum geht es hier wirklich? Wie verfolge ich das? Und wer ist sonst noch so da (zieht mich an, hat mich lieb usw.)? Unis beantworten diese Fragen von StudienanfängerInnen mit unverbundenen Fachinhalten in Massenvorlesungen und Multiple-Choice-Tests, aus denen auch Lehrende ihre Vorstellungen von der heutigen Studierendengeneration gewinnen, anstatt sie als NovizInnen in die eigene Wissenschaft hineinzusozialisieren.

Um dies zu ändern, führten bereits viermal Hohenheimer WissenschaftlerInnen Kleingruppen von Erstsemestern in aktuelle Forschungsfragen ein – die Ergebnisse aus Exkursionen, Versuchen, Datenerhebungen und – auswertungen präsentierten sich die TeilnehmerInnen dieser Forschungsschnupperwoche zum Thema Klimawandel in einer Abschlusskonferenz dann gegenseitig. Verbunden mit einer prozessorientierten, (zu Rollenerwartungen, eigenen Ressourcen, Motivationen, Zielen usw.) reflektierten Gruppe – kann so ein Format den bisherigen Umgang mit Studienanfang hacken?


Interne Kommunikation & Wissensmanagement mit Angewandter Improvisation in Hochschulen

Christian F. Freisleben-Teutscher

FH St. Pölten

Angewandte Improvisation, also kreative, spielerische und theatrale Methoden können auch in den Feldern von interner Kommunikation und Wissensmanagement in Hochschulen zum Einsatz kommen.

In diesem Impro-Hack wird von den Anwesenden auf lustvolle, kreative und schnelle Weise die Entscheidung für ein als herausforderndes Thema im Bereich interne Kommunikation / Wissensmanagement im Hochschulbereich getroffen. Mit ein bis zwei Assoziations-Spielen werden dazu dann gemeinsam Lösungsansätze entwickelt. Teilnehmende werden dann dazu animiert, das entstandene Wissen im Anschluss möglichst vielen anderen Teilnehmenden der Konferenz auf unterschiedlichste Weisen – etwa auch durch Weiterentwicklungen der zuvor eingesetzten Methoden – zugänglich zu machen.

Der Impro-Hack versteht sich auch als Stück des Weges des Dissertationsprojekt improflair.


Kartenspiele für die Gestaltung guter Lehre

Christian Kohls

TH Köln

Bei diesem Hack geht es darum, bestehende Lehr- und Lernformate mit Hilfe von Impulskarten zu verändern und zu verbessern. Teilnehmer entscheiden sich zunächst für ein existierendes Format, z.B. aus dem eigenen Lehrkontext. Aus einem Kartenspiel werden dann mehrere Karten gezogen. Die Karten enthalten konkrete Aufforderungen, das Format zu verändern. Die Karten können z.B. Werte, Ziele, Materialien oder Werkzeuge vorschlagen, die dann auf das existierende Format bezogen werden. Der Hack baut auf bestehenden Kartenspielen (z.B. für Assessment oder die Gestaltung von Räumen) auf. Teilnehmer sollen auf Basis der Karten gemeinsam Lösungen als Storyboards skizzieren.


OE praktisch: Methodische Gestaltung eines partizipativen Prozesses zur Erarbeitung einer gemeinsamen Vorstellung gelingender Lehre mit LEGO Serious Play

Tobias Seidl

Hochschule der Medien Stuttgart

An Hochschulen über Fach-, Professions- und Statusgrenzen hinweg einen Dialog über gelingende Lehre zu initiieren und zu gestalten ist ein anspruchsvolles Vorhaben. Für das Gelingen des Dialogs ist die Wahl einer passenden Methode zentral. In meiner Arbeitspraxis hat sich LEGO Serious Play (LSP) als Methode für die Moderation dieser und ähnlicher Vorhaben bewährt. LSP ist ein moderierter Prozess, der die Vorzüge des Spiels und des Modellierens mit LEGO-Steinen zielorientiert verbindet (für Anwendungen in der HS vgl. www.LEGOinHE.de). Unter Verwendung von LEGO Steinen entwickeln die Teilnehmenden (zunächst einzeln, dann gemeinsam) detailreiche LEGO-Modelle, die als Metaphern für ihre Sicht auf die unterschiedlichsten Aspekte des bearbeiteten Themas dienen. Im Rahmen des Hacks wird die Methode und das Einsatzszenario, natürlich mit LEGO-Steinen, vorgestellt. LSP ist seit 2010 unter einer CC-Lizenz nutzbar und auch für vielfältige Problemstellungen in der Lehre geeignet.


Service Learning in Hochschulen: Das Kartendeck

Jörg Miller, Karsten Altenschmidt, Wolfgang Stark

Universität Duisburg-Essen

Service Learning (Lernen durch Engagement) in Hochschulen zu verbreiten muss sowohl aus eine hochschuldidaktischer als auch eine organisationsentwicklerische Perspektive als Herausforderung begriffen werden. Mit dem im Verbundprojekt "Potentialförderung für Lernen durch bürgerschaftliches Engagement und gesellschaftliche Verantwortung an Hochschulen" entstandenen Kartendeck "Service Learning an Hochschulen" wird ein spielerisches Tool vorstgestellt, welches sich mit der Verbreitung und didaktischen Umsetzung von Service Learning an Hochschulen auseinandersetzt. Das Kartendeck basiert auf einer entwickelten Mustersprache für erfolgreiches Service Learning. Handlungsmuster guter Praxis sind ein bewährter Ansatz, um Erfahrungswissen zu dokumentieren und mit anderen zu teilen.


Transformative Evaluation als kreativer Prozess

Rosario Pires

Universität Hohenheim

Helfen die heutigen Lehrevaluationen wirklich Lehrenden und Studierenden gemeinsam zu lernen und diesen Prozess immer wieder selbstbestimmt entlang eigener Relevanzen zu reflektieren unter Akzeptanz der Paradoxien professionellen Handelns? In der besonderen experimentellen Situation einer freiwilligen, forschungsorientierten Einführungswoche für Studienanfangende kam nicht nur ein normaler Fragebogen (mit Bevakomp- und Hilve-Fragen) zum Einsatz – es konnte ein ganzes Arsenal kreativer, teils altbekannter, aber an Universitäten wenig genutzter Methoden mit kleinen und größeren Gruppen (von 5 bis 150 TeilnehmerInnen) erprobt werden: Kartenabfragen, ad-hoc-Online-Befragungen, Mindmaps, Klebepunktabfragen in verschiedensten Varianten, Steckbriefe, Bilder, soziometrische Methoden usw. Der Bericht dieser Erfahrungen soll anregen, im eigenen Umfeld Evaluationen auf kreative Weise als immer vorläufige Unterstützung des eigenen Reflexionsprozesses von Lehrenden und Studierenden einzusetzen...



 
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