Veranstaltungsprogramm

Hier finden Sie eine vorläufige Übersicht aller Sessions/Sitzungen der dghd17.
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Sitzungsübersicht
Session
PG: Postergalerie
Zeit:
Mittwoch, 08.03.2017:
14:15 - 15:00

Ort: Raum 243 "Mevissensaal"
CL 1, Gebäudeteil A/B, 2. OG

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Präsentationen

Naturwissenschaftslehrkräfte erwerben Kompetenzen zum Einsatz digitaler Medien – Wirkungsanalyse einer deutschlandweiten Lehrinitiative

Christoph Vogelsang1, Daniel Laumann2, Christoph Thyssen3

1Universität Paderborn; 2Westfälische Wilhelms-Universität Münster; 3TU Kaiserslautern

Ein wichtiges Ziel der fachdidaktischen Teile der Lehrerbildung in den Naturwissenschaften ist es, angehende Lehrkräfte zum lernförderlichen Einsatz von digitalen Medien im Fachunterricht zu befähigen und zu motivieren. Zur Unterstützung dieses Zieles wurden im Kolleg Didaktik:digital mit Förderung der Joachim Herz-Stiftung zwölf Lehrprojekte an verschiedenen Hochschulstandorten für die Lehramtsausbildung in der Biologie, Chemie und Physik entwickelt. Um die Wirkung dieser Konzeptionen und auch des gesamten Kollegs zu analysieren, werden in einem Prä-Post-Untersuchungsdesign Veränderungen bzgl. Einstellungen, Motivation und Selbstwirksamkeitserwartungen der teilnehmenden Studierenden erfasst und vor dem Hintergrund der Ziele basierend auf der Theory of reasoned action (Fishbein & Ajzen, 2010) ausgewertet. Zudem bieten die Daten einen Einblick in Nutzungsformen und Erfahrungen einer als „digital natives“ angenommenen Studierendengruppe im Sinne einer Gelegenheitsstichprobe.


teach4TU: Strategien für eine nachhaltige Veränderung der Lehr-Lern-Kultur an der TU Braunschweig

Jasmin Piep, Ute Zaepernick-Rothe, Thomas Czerwionka

TU Braunschweig, Projektgruppe Lehre und Medienbildung, Projekt teach4TU

In der neuen Förderphase schließt das vom BMBF geförderte Qualitätspakt Lehre-Projekt „teach4TU – Lehr-Lern-Kultur nachhaltig gestalten“ der TU Braunschweig ab 2017 an Entwicklungen der vergangenen Jahre an und erweitert den Blick auf das Thema Lehre an der Hochschule: Auch zukünftig stellt sich die Frage nach der nachhaltigen Wirkung von Lehrqualifizierungen sowie der langfristigen Entwicklung der Hochschuldidaktik. Das Projekt teach4TU verortet sich dabei zwischen Organisations- und Personalentwicklung und verfolgt unterschiedliche Strategien, um zum einen den Stellenwert der Lehre innerhalb der Hochschule zu erhöhen und zum anderen im Sinne einer „Kultur des Ermöglichens“ Räume und Möglichkeiten zum Austausch und zur Vernetzung zu schaffen sowie Transfermöglichkeiten verschiedener Projekte zu diskutieren. Das Poster gibt einen Überblick zum neuen Projekt-aufbau, fokussiert Schwerpunkte und Erfahrungswerte und wird innerhalb der Präsentation kritisch reflektiert.


(Die Angst vor) Scheitern und Scham in problemorientierten und forschenden Lehr-/Lernszenarien

Christian Decker1, Anna Mucha2

1HAW Hamburg; 2Universität Hamburg

Problemorientiertes und forschendes Lernen in Gruppen gewinnt im universitären Kontext immer weiter an Bedeutung. Es bietet den Studierenden aber nicht nur Freiheiten und Chancen, sondern verlangt ihnen auch ab, mit Eigenverantwortung und Unsicherheiten umzugehen, insbesondere mit den Risiken des Scheiterns und der sozialen Scham. Dass diese Befürchtungen eine demotivierende Wirkung haben, ist erwiesen. Vor diesem Hintergrund möchten wir einige Gedanken zur Angst vor Scheitern und Scham in explorativen Lernumgebungen skizzieren.


Die Bedeutung des „Ausprobieren Dürfens“ für Motivation und Einstellung am Beispiel eines medizinpsychologischen Kurses für (Zahn-) Mediziner mit Schwerpunkt Kommunikation

Simone Alvarez1, Jobst-Hendrik Schultz2

1Medizinische Fakultät Universität Heidelberg; 2Medizinische Fakultät Universität Heidelberg

Im Vergleich mit anderen Fachbereichen scheinen die Anforderungen an Studierende der (Zahn)Medizin eher hoch, und das Aneignen vieler Informationen in kürzester Zeit stellt für Studierende eine notwendige Fähigkeit dar. Studien zeigen, dass viele (zahn-)medizinische Studierende während des Studiums eine erhöhte psychosoziale Belastung erleben und dass ihre psychische Gesundheit im Vergleich deutlich unter der Norm liegt.

Um diesem Phänomen entgegenzuwirken, haben wir es den Teilnehmern unseres Kurses ermöglicht, die Inhalte größtenteils durch Ausprobieren zu erfahren. So sollen die Studierenden durch Erfahrung, und möglichst ohne mechanischen Wissenserwerb ein Bewusstsein für die Wichtigkeit der Thematik für den späteren Arztberuf entwickeln. Wir haben festgestellt, dass gerade das „Ausprobieren dürfen“ und die Reflexion über das Erlebte von den Studierenden als besonders hilfreich bewertet wurde, und auch die Einstellung der Thematik gegenüber positiv beeinflusst hat.


PELO – Kooperationsräume innerhalb und außerhalb der Hochschule

Olaf Pütz

Hochschule Fresenius

Projektbeschreibung

Studierende der Bachelor-Studiengänge Physiotherapie P, Ergotherapie E, Logopädie L und Osteopathie O bieten für Seniorinnen und Senioren Workshops zur gesundheitlichen Aufklärung und Prävention an.

Realisierung und Ziele

Studierende arbeiten interdisziplinäre, professionsübergreifende Konzepte zur gesundheitlichen Aufklärung und Prävention aus. Sie konzipieren Workshops mit wissenschaftlichen Impulsreferaten und praktischen Übungen.

Die Workshops sind offen für Seniorinnen und Senioren der Region.

Im Projekt arbeiten Hochschule, Stadt und Volkshochschule zusammen.

Evaluation und Ergebnisse

Die Studierenden profitieren vom interdisziplinären Austausch und der Arbeit mit den Senioren als Klienten.

Die Senioren fühlen sich umfassend informiert und kompetent betreut.

Die generationsübergreifende Kommunikation wird von beiden Zielgruppen sehr positiv bewertet.

Fazit

Das Projekt bietet Kooperationsräume und ermöglicht Dialoge: interprofessionell und gesellschaftlich.


Rolle der Hochschuldidaktik in Berufungsverfahren - Ein Beitrag zur Qualitätsentwicklung in der Lehre

Andrea Ruf

Hochschule Niederrhein

Um die pädagogische Eignung hilfreich für die/den Neuberufene/n sowie transparent und vergleichbar zu gestalten, hat sich die Hochschule Niederrhein ein neues Verfahren gegeben. Es definiert spezifische Aufgaben zu und etabliert ein Mentoring für die erste Zeit an der Hochschule. Dabei hat die/der Dekan/in die Aufgabe, Vereinbarungen zu treffen, die/den Mentor/in vorzuschlagen, die Ergebnisse der Lehrveranstaltungsevaluation zu besprechen und ein Gutachten zu verfassen; sie/er übernimmt die Beurteilung. Die/der Mentor/in begleitet, führt Coaching Gespräche, berät bei der Erstellung des Lehrportfolios und hospitiert in Lehrveranstaltungen; sie/er übernimmt die Beratung. Die/der Neuberufene erstellt ein Lehrportfolio, nimmt persönliche Beratungen bei der Hochschuldidaktik wahr, nimmt an hochschuldidaktischen Kursen teil (Netzwerk hdw nrw) und stellt sicher, dass eine Auswahl an Veranstaltungen hospitiert werden. Damit sind wesentliche Punkte für eine Qualitätsentwicklung erfüllt.


"DiBS - Digital barrierefrei studieren"

Michael Eichhorn, Sanja Grimminger, Detlef Krömker

Goethe-Universität Frankfurt

Für jede/n 15. Studierende/n erschwert sich das Studium an deutschen Hochschulen infolge körperlicher oder gesundheitlicher Beeinträchtigung. An der Goethe-Universität Frankfurt fördert das Projekt „DiBS – Digital barrierefrei studieren“ die Inklusion sowie den Abbau von Barrieren im Studium insbesondere durch den Einsatz digitaler Medien. DiBS bietet dabei Hilfestellung auf fünf verschränkten Ebenen an: Ein umfangreiches Informationsangebot mit einem Webportal sowie die Bildung eines Netzwerkes (1), spezielle Qualifizierungsmaßnahmen für Lehrende (2), Beratung und Hilfestellung bei der Umsetzung barrierefreier, digitaler Lernangebote (3), die Bereitstellung und bedarfsgerechte Weiterentwicklung technischer Tools und Infrastruktur (4) sowie ein umfassender Evaluationsansatz (5).

Das Projekt startet Anfang 2017, im Rahmen des Posterbeitrags werden der Gesamtaufbau des Projekts vorgestellt, sowie insbesondere die Ergebnisse der Vorabbefragung unter Lehrenden und Studierenden präsentiert.


Binnendifferenzierung im Tutorium – Methoden und Ansätze zur kognitiven Aktivierung heterogener Gruppen

Tina Böttger

Technische Hochschule Köln

Im Rahmen der Neugestaltung der Erstsemester-Veranstaltung Informatik I an der TH Köln wurde der Versuch gestartet den Frontalunterricht im Tutorium abzuschaffen und sich in Richtung von Individiualisierung und Differenzierung zu bewegen. Mit neu entwickelten E-Learning-Konzepten und aktivierenden Methoden wurde eine lernprozess- und kompetenzorientierte Gestaltung der Tutorien durchgeführt.

Es wurde festgestellt, dass aktivierende Methoden gegenüber herkömmlichen Methoden besonders gut Lernziele auf den unteren Ebenen des KompetenzModells, also der Selbstverständnis und Belastbarkeit der Studierenden ansprechen. Dagegen ist die vollständige Umsetzung von Differenzierung im Tutorienbetrieb ressourcenaufwändig und bedarf einer Ausbildung der Tutoren.

Wie der Spagat zwischen individueller Förderung und gleicher Kompetenzvermittlung auf dem Weg zu einer von produktiver und kreativer Diversität geprägten Hochschule dennoch erfolgen kann, wird in diesem Beitrag kritisch beleuchtet.


Die Definition von Qualifikationszielen und deren Überprüfung durch Studierendenbefragungen

Stefan Schelske, Andreas Fritsch

Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Qualitätssicherungssysteme für die Hochschullehre basieren auf Qualifikationszielen. Allerdings bleiben viele weiterführende Fragen offen. Beispielweise liegt es nicht auf der Hand, welche Qualifikationsziele und welche Zielstruktur für die jeweilige Hochschule geeignet sind, oder wie später überprüft werden kann, ob die ausgewählten Ziele erreicht werden oder nicht. Wir haben für die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald ein neues Konzept erstellt, in dem Auswahl, Strukturierung, Definition und Überprüfung der Qualifikationsziele geplant und begründet werden. Schwerpunkte bei der Konzepterstellung lagen dabei einerseits auf der effizienten Zielauswahl (es wurden lediglich 6 Ziele ausgewählt) und andererseits auf der empirischen Überprüfbarkeit der Ziele durch Studierendenbefragungen. Im Beitrag wird der Prozess von der Auswahl bis zur Planung der empirischen Überprüfung verdeutlicht.


Service Learning als interdisziplinäre Kultur des Ermöglichen am ProfessionalCenter der Universität zu Köln

Pia Kollender

ProfessionalCenter, Universität zu Köln

Seit dem WiSe 2010/11 haben Studierende der Universität zu Köln die Möglichkeit sich im Rahmen von Service Learning ein Semester lang in Form eines Projekts in einer gemeinnützigen Organisation zu engagieren. In Projektteams erforschen sie Bedarfe der Projektpartner und/oder setzen diese um.

Auf vielen Ebenen findet eine Kultur des Ermöglichens statt. Zum einen durch die Interdisziplinarität, dass Studierende der verschiedenen Fakultäten aufeinander treffen und zusammenarbeiten. Zum anderen haben Studierende die Möglichkeit erworbenes Wissen praktisch anzuwenden. Zudem gibt es eine Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Köln. So findet nicht nur eine regionale Öffnung zwischen Hochschule und Zivilgesellschaft, sondern auch zwischen Hochschulen statt.

Neben der didaktischen Umsetzung von Service Learning am ProfessionalCenter sollen vier Projekte zum Themenfeld Kultur des Ermöglichens aus den Bereichen Flüchtlingshilfe, Bildung, Kultur und Stadtteilentwicklung vorgestellt werden.


Bewertungsmaßstab für Teaching Analysis Poll (TAP). Ein Referenzrahmen zur Rückmeldung qualitativer Evaluationsdaten

Birgit Hawelka, Stephanie Hiltmann, Klaus-Peter Wild

Universität Regensburg

Teaching Analysis Polls (TAP) sind als qualitative Methode der Lehrveranstaltungsevaluation weit verbreitet. Die Stärken dieser moderierten Gruppendiskussion liegen v.a. in der strukturoffenen Fokussierung des Lernprozesses der Studierenden sowie der Verknüpfung von Lehrveranstaltungsevaluation und Lehrberatung.

Aus methodischer Sicht problematisch ist bei TAP allerdings die Interpretation der erhobenen Daten.Daher erfolgt die Analyse der Daten an der Universität Regensburg mithilfe eines empirisch fundierten Kategoriensystems zur inhaltlichen Klassifikation der Antworten unter didaktischen Aspekten. Durch die Auswertung der Häufigkeiten der studentischen Nennungen wurde gleichzeitig ein Referenzrahmen zur Einordnung studentischer Rückmeldungen entwickelt. Er kann als Bewertungsmaßstab für die Interpretation von TAP herangezogen werden.

Auf der Tagung wird der Referenzrahmen als Bewertungsmaßstab vorgestellt. Die Relevanz für die daraus folgende Lehrberatung sollen diskutiert werden.


Das Duale Studium der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in der Praxis –Einblicke, Reflexion und Überarbeitungspotentiale der aktuellen Situation

Steffen Wild, Ernst Deuer

DHBW Ravensburg

Das Interesse an Dualen Studiengängen, mit wechselnden Studienabschnitten zwischen Theorie an der Hochschule und Praxis in den Ausbildungsstätten, steigt. Vor mehr als 40 Jahren entstand dieses Modell an der damaligen Berufsakademie, der heutigen DHBW. Die DHBW ist der größte Anbieter dualer Studienplätze.

Es stellt sich die Frage, wie Bildungsprozesse effizient und effektiv zwischen Theorie- und Praxisphase organisiert werden können. So sollte gewährleistet sein, dass das theoretisch Gelernte auch in der Praxis vertieft bzw. praktische Tätigkeiten theoretisch an der Hochschule hinterfragt werden.

Der Beitrag stellt erste Ergebnisse zur Untersuchung der Praxisphase an der DHBW vor. Der Fokus liegt auf Lernprozessen und der Strukturierung der Praxisphasen. Ausgehend von den empirischen Ergebnissen möchten wir mit dem Plenum in eine Diskussion zur Reflexion und kritischen Auseinandersetzung mit dieser wichtigen Studienphase kommen, um Weiterentwicklungen vorantreiben zu können.


Formativ-reflexive Qualitätsentwicklung - eine Antwort auf die Herausforderung multipler Projektziele?

Ina Damaris Buchroth, Johanna Ruge

Leibniz Universität Hannover

Das Poster illustriert exemplarisch den formativ-reflexiven Qualitätsentwicklungsansatz innerhalb des Leibniz-Prinzips, einem vom BMBF geförderten Projektes der Qualitätsoffensive Lehrerbildung. Charakteristisch für den strukturellen Aufbau des Projektes ist einerseits die Umsetzung spezifischer Ziele in vier Teilmaßnahmen, anderseits aber auch die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Konstrukt der Reflektierten Handlungsfähigkeit. Basierend auf der Idee der theory-driven evaluation nach Chen (2004),wird versucht in einem Mehrebenenansatz die unterschiedlichen Ziele der verschiedenen Akteur*innen im Projekt zu berücksichtigen. Eine besondere Bedeutung bei diesem Vorgehen gewinnen kollegiale Verständigungsprozesse und die Identifikation von Synergien und Widersprüchen. Wir würden uns sehr über eine offene Diskussion zu Potentialen und Hürden dieser Form der Qualitätsentwicklung freuen.


Kompetenzorientierte Vermittlung von Praktikumsstellen für Studierende

Christoph Hahn, Sarah Kumbier, Adrian Lange

SRH Hochschule Heidelberg

Die berufliche Praktikumsphase ist für Studierende ein wichtiger Faktor der individuellen Qualifikations- und Kompetenzentwicklung. Erstmals werden Wissen und Fertigkeiten außerhalb der Hochschule eingesetzt, neue Qualifikationen und Kompetenzen entwickelt und bereits vorhandene gestärkt. Damit ist ein Praktikum weit mehr, als nur ein “Schnuppern” in die Berufswelt.

Betrachtet man das Praktikum im curricularem Gefüge des Studiums, kann man es als Aufgabe der Hochschule betrachten, Studierende möglichst passgenau an geeignete Praktikumsstellen zu vermitteln.

Wir stellen ein Verfahren vor, welches wir zur gezielten, qualifikations- und kompetenzfördernden Praktikumsvermittlung konzipieren und evaluieren. Das Verfahren kommt im Rahmen des durch Stifterverband geförderten Projekts “myKMU” zum Einsatz. “myKMU” widmet sich insbesondere der Vermittlung internationaler Studierender an KMU für Praktika und Abschlussarbeiten.


Steigerung der Zufriedenheit von Studierenden und Dozierenden mit dem praktischen Unterricht durch Dozentenkarten

Stephanie Herbstreit, Magarita Gestmann

Medizinische Fakultät Essen, Universität Duisburg-Essen

Im Medizinstudium ist die Vermittlung kognitiver, psychomotorischer und affektiver Kompetenzen ein wesentlicher Faktor. Im ärztlichen Alltag einer Universitätsklinik wird die Lehre oft auf Mitarbeiter mit wenig klinischer Verantwortung übertragen. Diese sind in der Regel nicht in der Durchführung von Lehre geschult und fachlich weniger kompetent. Durch wenig Beständigkeit in der Aufteilung der Lehraufgaben, schlechte Kommunikation der Lehrinhalte und einen geringen Stellenwert der Lehre im Arztalltag kommt es regelhaft zu zweifelhafter Qualität in der curricularen Lehre. Mit der Einführung von ‚Dozentenkarten im Kitteltaschenformat’ mit Informationen zur Vorbereitung des Unterrichts, Umgang mit Patienten und Pflegepersonal, theoretische Grundlagen der Lehrinhalte, Feedbackregeln und didaktischen Vorgaben, konnte die Zufriedenheit der Studierenden signifikant im Vergleich zum Vorsemester gesteigert werden und eine hohe Zufriedenheit der Dozierenden mittels Fragebogen erhoben werden.


Studienprozessberatung

Alexandra Schreiner, Yves Kellner, Axel Faßbender, Tom Tiltmann

Technische Hochschule Köln

Beratung von Studierenden ist ein wichtiges Tätigkeitsfeld von Hochschullehrenden, welches durch nachhaltige hochschuldidaktische Konzeption gewinnbringend gestaltet werden kann.

Die Fakultät für Fahrzeugsysteme und Produktion der Technischen Hochschule Köln hat ein solches Konzept entwickelt, welches ein Beratungsteam, eine Methodensammlung, einen Beratungsnavigator zur kompetenten Weitervermittlung an zentrale Beratungsstellen, einen standardisierten Dokumentationsbogen, Supervisionen und kollegiale Fallberatungen umfasst.

Folglich wurde ein vertrauliches, freiwilliges und bedarfsorientiertes Beratungsangebot entwickelt und erstmalig umgesetzt. Gemeinsam mit der/m Studienprozessberater*in reflektieren die Studierenden im Gespräch ihre aktuelle Studiensituation, identifizieren Studierpotentiale und -schwierigkeiten und entwickeln neue Verhaltensstrategien im Studierkontext.


Veränderung der Lehr-/Lern- und Organisationskultur

Prof. Dr. Sabine Rein, Anke Pfeiffer, Felicitas Mayer

Hochschule für Technik

Um eine erfolgreiche hochschuldidaktische Arbeit an der Hochschule für Technik Stuttgart betreiben zu können, bedarf es umfassender Maßnahmen der Organisationsentwicklung, da alle hochschuldidaktischen Angebote andernfalls an bestehenden, überlieferten Werten, Praktiken und Glaubenssätzen ihre Grenzen finden. Ziel der Initiative ist eine weitreichende Veränderung der Lehr-/Lern und Organisationskultur.

In einem partizipativ breit angelegten Projekt wurde ein Leitbild Gute Lehre entwickelt. Dieses Leitbild soll zukünftig den Orientierungsrahmen für erwünschte Lehr-/Lern- und organisationale Praktiken der Anspruchsgruppen Lehrende, Lernende und Verwaltungsmitarbeitende bilden. Zur Umsetzung der Kulturveränderung werden auf der Basis des Leitbilds die hochschuldidaktischen Angebote weiterentwickelt. Um den Diskurs zu „guter Lehre“ fortzuführen, wird ein Hochschullehrpreis ausgelobt, der auf den Kriterien des Leitbilds basiert.


„Eine Ode“ – Studierende, Lehrende und Serviceabteilungen kooperieren zugunsten internationaler Studieninteressierte in den MINT-Fächern

Birgit Stubner, Antje Vondran

Hochschule Cobug

Orientiert am Student-Life-Cycle baut die Hochschule Coburg unter hochschuldidaktischer Leitung eine „Digitale Service- und Beratungsplattform für Studieninteressierte aus Deutschen Auslandsschulen – COming:MINT“ auf. Ziel des diverse Abteilungen und Stakeholder umfassenden Projektes ist es, SchülerInnen im Ausland früh fundierten Einblick ins Studium der MINT-Fächer zu geben und sie bei der vielschichtigen Transition zu unterstützen. Mit einem sicheren Gespür für den Anspruch des Faches, die Studienatmosphäre und den eigenen möglichen Studienverlauf sollen sie von der ersten Stunde an erfolgreich studieren können. Simultan zum Fokus des Projektes war ein Qualitätsentwicklungsprozess innerhalb der Hochschule und beteiligter Stakeholder zu beobachten. Angesprochen wurden unbewusste Abläufe, Motivationen, Werte und Einstellungen sowie verschiedene Sichtweisen auf Studienziele und erreichbare Kompetenzen. Insgesamt stiegt die Identifikation mit dem Studienfach und der Hochschule.


Lernen lernen - Auf dem Weg zum Selbst-regulierten Studium

Miriam Thye, Diethard Tauschel, Linda Kiczka

Universität Witten Herdecke, Deutschland

Die Lernwerkstatt der Universität Witten/Herdecke bietet den Studierenden aller Fakultäten die Möglichkeit, an ihrem eigenen Lernen zu arbeiten und neue Wege des Lernens kennen zu lernen. Mittels eines semistrukturierten Interviews und zweier etablierter Fragebögen wurde das Erleben der Studierenden bezüglich des selbstregulierten Lernens (SRL) ermittelt. Das Interview erfragt, ob die Inhalte der Lernwerkstatt das Empfinden der Teilnehmer in Hinblick auf das SRL vertiefen. Die Stichprobe (N=8, m=3, w=5) bestand aus ehemaligen Teilnehmern der Lernwerkstatt. Die Auswertung der Daten erfolgte mittels qualitativer Inhaltsanalyse (Mayring) und dem Programm Atlas.ti-7. Nach der Analyse der Daten kann gesagt werden, dass die Lernwerkstatt die Planung des Lernens, das Lernen an sich, die Reflexionsfähigkeit und somit das SRL der Teilnehmer nachhaltig beeinflusst. Die Befragten geben an, eine Weiterentwicklung des eigenen Lernens in Hinblick auf die Teilnahme an der Lernwerkstatt wahrzunehmen.


Fächerspezifische Auswertung des Grundlagenmoduls des Hochschuldidaktischen Zentrums Sachsen

Laura Kaden

Hochschuldidaktisches Zentrum Sachsen

Immer häufiger hört man als Hochschuldidaktiker_in den Wunsch einzelner Teilnehmenden, dass Grundlagenmodule fachspezifisch angeboten werden sollten. So wünschen sich Naturwissenschaftler_innen vor allem wichtige Hinweise zu Vorlesungen und Praktika, Geistes- und Sozialwissenschaftler_innen treibt dagegen die Frage um, wie sie ihre Studierenden dazu motivieren können, die einzelnen Texte für die Seminare vorzubereiten. Doch stimmt der subjektive Eindruck der gewünschten Fächerdifferenzierung wirklich mit der Realität überein?Dieser Frage widmet sich das Poster des Hochschuldidaktischen Zentrums Sachsen, das sich mit der quantitativen und qualitativen Bewertung des Grundlagenmoduls Lehren und Lehren an Hochschulen im Rahmen des Hochschuldidaktik-Zertifikats auseinandersetzt. Zentrale Evaluationsergebnisse werden in Hinblick auf einzelne Fächergruppen untersucht und mit qualitativen Aussagen abgeglichen. Schließlich sollen Konsequenzen für die Hochschuldidaktik diskutiert werden.


Das Virtuelle Klassenzimmer als eierlegende Wollmilchsau

Birgit Döringer

Hochschule Fresenius

Die Hochschule Fresenius hat sich zum Ziel gesetzt unter dem Motto Seamless Learning Lernbrüche zu identifizieren und Lerngrenzen zu überwinden. Ziel ist es, die Vereinbarkeit von Beruf, Familie, Freizeit und Studium zu ermöglichen. Ein gelungenes Beispiel für variable didaktische Settings ist die multifunktionale Nutzung des Virtuellen Klassenzimmers in der Präsenzlehre. Seit 2015 werden Vorlesungen live via VC übertragen und somit eine Absicherung der konsequenten Teilnahme an Vorlesungen sowie die Adpationsmöglichkeit des individuellen Lerntempos gesichert. Durch die erweiterten Einsatzszenarien des VC im Sinne eines live eLearning können Lehrende ihre Lerninhalte nachhaltig absichern, ihre Vorlesung synchron an andere Standorte übertragen oder weitere Studierendengruppen barrierefrei teilnehmen lassen. Diskussionen, bzw. ein aktiver Austausch sind somit nicht nur in der „Präsenzgruppe“ möglich, sondern können auch von den VC-Teilnehmern an anderen Standorten mitgestaltet werden.


Förderung des individuellen Lernerfolgs mittels digitaler Medien im Bauingenieurstudium

Marcel Pelz1, Martin Lang1, Jörg Schröder1, Felix Walker2, Ralf Müller2

1Universität Duisburg-Essen; 2Technische Universität Kaiserslautern

In den ingenieurwissenschaftlichen Disziplinen ist die Studieneingangsphase von entscheidender Bedeutung für den weiteren Erfolg der Studierenden im Studium. Beschrieben wird der größte Teil der Exmatrikulationen von Studierenden, deren Studienerfolg in den ersten Semestern ausbleibt. Diese Problematik ergibt sich hauptsächlich aus Leistungsproblemen in den Grundlagenfächern (bspw. Technische Mechanik).

Das Verbundforschungsprojekt FUNDAMENT (Universität Duisburg-Essen, TU Kaiserslautern) hat zum Ziel, die individuellen Lernprozesse im Bauingenieur-Studium (mit Schwerpunkt auf der Technischen Mechanik) durch den Einsatz digitaler Hochschullehre zu fördern und somit den Studienerfolg zu erhöhen. Ein dreiteiliges online Förderkonzept (Self-Assessment, Vorkurs, interaktive Module) wird entwickelt, eingesetzt und in einer Längsschnittstudie evaluiert. Dieses Förderkonzept wird an zwei unterschiedlichen Zeitpunkten des Studienverlaufs eingesetzt (Studienvorbereitungs-, Studieneingangsphase).


MTEQ: Mobile Techniques - Ein Methoden(-baukasten)-Set für lehrbegierige Lernende

Julia Rupprecht, Lars Robert Krautschick

Ludwig-Maximilians-Universität München, Programm PROFiL

Didaktik, Methodik und Evaluation sind drei Eckpfeiler, auf die sich Hochschullehre stützt. Mit der Mobile-Application-Family MTEQ soll diesen Anforderungen Rechnung getragen werden. Unter dem Dach der erfolgreichen App MobiDics entstehen mit Tutorix, ElecTrix und QuickEval drei weitere mobile Angebote, die Lehrenden mit ihren reichhaltigen Funktionen ein Methoden-Paket für Lehre und Evaluation bereitstellen: Neben seiner flexiblen Einsetzbarkeit führt MTEQs vielfältiges Angebot zu einer Vermittlung von interaktiven Lehr-Lern-Methoden an Lehrende und TutorInnen im Sinne einer motivierenden und Lernenden-zentrierten Gestaltung von Lehrformaten. Durch den offenen Zugang für alle Hochschullehrenden und eine Kultur des Ermöglichens wird der erfahrungsbasierte Dialog erleichtert. Dabei sollen zudem Qualitätsindikatoren und Daten generiert werden, um eine Evidenzbasierung zu ermöglichen. Durch MTEQ wird illustriert, welchen Nutzen Lehrende und Studierende aus mobilen Lernangeboten ziehen.



 
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