Conference Agenda

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Session Overview
Session
SY-I-10: Bewegungen im Bildungsraum des Zweiten Bildungswegs – Kontinuitäten, (Ab)Brüche und Umwege
Time:
Monday, 19/Mar/2018:
12:30pm - 3:00pm

Session Chair: Dr. Sascha Koch, Ruhr-Universität Bochum
Session Chair: Prof. Gabriele Bellenberg, Universität Bochum
Session Chair: Dr. Denise Demski, Ruhr-Universität Bochum
Location: S05 T05 B01
60 Plätze, Seminarraum
Session Topics:
qualitative, quantitative, School Development and Research, Adult Education, Sociology of Education, Social and religious Movements in Relation to Education and Learning

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Presentations

Bewegungen im Bildungsraum des Zweiten Bildungswegs – Kontinuitäten, (Ab)Brüche und Umwege

Chair(s): Dr. Sascha Koch (Ruhr-Universität Bochum), Prof. Gabriele Bellenberg (Ruhr-Universität Bochum), Dr. Denise Demski (Ruhr-Universität Bochum)

Discussant(s): Prof. Dieter Nittel (Goethe Universität Frankfurt/Main)

Indem Bildungsangebote eines „Zweiten Bildungswegs“ das Nachholen von allgemeinbildenden Schulabschlüssen ermöglichen, dehnen sie entsprechende Bildungschancen auf die gesamte Lebensspanne aus. Das Symposium thematisiert differente Bildungsverläufe im Bildungsraum von schulischen Einrichtungen des Zweiten Bildungswegs (Abendschulen/Kollegs). Zum einen wird der Bildungsverlauf während der Schulzeit fokussiert, zum anderen die ehemaligen Schüler*innen, die entweder einen Abschluss erworben haben oder, empirisch viel häufiger der Fall, den Versuch des Nachholens eines Schulabschlusses abgebrochen haben. Es werden Ergebnisse aus qualitativen und quantitativen Studien vorgestellt, wobei eine längsschnittliche oder biografische Perspektive im Vordergrund steht.

 

Presentations of the Symposium

 

Who takes a second chance? Profiles of participants in alternative systems for obtaining a secondary diploma

Prof. Ignace Glorieux
Vrije Universiteit Brussel (Belgium)

In Flanders (Belgium), the Exam Board (EB) and the Secondary School for Adults (SSA) are two different ways to attain a secondary diploma after leaving secondary school without a diploma. The SSA is part of the regular educational system and organizes courses with an adult approach. The EB is a flexible system in which students prepare themselves to do ex-ams. In this contribution we examine the effectiveness of both systems in diminishing the large inequalities in the Flemish educational system. Our analyses make clear that the EB and SSA attract different groups of unqualified school-leavers; as such they complement each other. Compared with those who never take a second chance, and thus stay unquali-fied, participants of the SSA and the EB seem to have a higher socio-economic background and less problematic school careers. As such, neither the SSA, nor the EB seems to be very effective in mitigating social inequality.

We conducted a survey among all registered participants from the EB and SSA (Glorieux et al. 2011). Eventually, we collected data from 1,032 respondents from the EB (response rate of 40,4%) and 1,183 from the SSA (response rate of 48,9%). Where possible, this group was compared to a group of qualified and unqualified school-leavers (not registered in the EB or a SSA) from another survey among 9,000 23-year-olds.

 

Belastungserleben von Schüler*innen an Abendschulen und Kollegs als Grund für einen Schulabbruch?

Dr. Sascha Koch
Ruhr-Universität Bochum

Die erwachsenen Schüler*innen von Abendschulen bzw. Kollegs unterliegen individuellen Rahmenbedingungen, die im allgemeinbildenden Ersten Bildungsweg in dieser Form nicht vorliegen (z. B. parallele Berufstätigkeit; Kinder etc.). Diese Bedingungen legitimieren spezifische organisationale Formen bzw. Regelungen (Abendunterricht, BAFöG). Zudem haben die Schüler*innen aufgrund der Freiwilligkeit des Schulbesuchs eine permanente „Exit“-Option, die sich in z. T. hohen Abbruchquoten manifestiert. Es interessieren daher subjektive Faktoren, die von den Schüler*innen als Hindernis für Lernaktivitäten bzw. den regelmäßigen Schulbesuch wahrgenommen werden, und deren Einfluss auf die Schullaufbahn.

Dazu wurden Schüler/innen an 21 Abendgymnasien und Kollegs (vier Bundesländer) im Schuljahr 2014/15 zu Beginn ihrer Schullaufbahn befragt (N=1.841) und dann ihre weitere Schullaufbahn anhand von Schulverwaltungsdaten verfolgt. Dies ermöglicht eine Analyse, inwieweit die (subjektiv wahrgenommenen) sozialen Lebensbedingungen der Schüler*innen auf deren vorzeitigen Abgang ohne einen Schulabschluss Einfluss nehmen. Im Ergebnis zeigt sich, entgegen einem tradierten institutionellen Adressatenbild, aus Sicht der Lernenden nur ein leichter Effekt der Lebensbedingungen auf das Phänomen „Schulabbruch“.

 

Was bewegt zum Schulabbruch? – Eine multiperspektivische Betrachtung von Abbruch im Zweiten Bildungsweg

Dr. Denise Demski1, Dr. Maja Weegen2
1Ruhr-Universität Bochum, 2Ruhr-Universität Bochum/DLR-PT

Hohe Abbruchquoten stellen eine besondere Herausforderung für Schulen des Zweiten Bildungswegs dar, die Beweggründe für den Abbruch des Schulbesuchs sind allerdings noch vergleichsweise wenig erforscht. Vor diesem Hintergrund beleuchtet der Beitrag die (wahrgenommenen) Gründe für den Schulabbruch aus Perspektive verschiedener Akteursgruppen. An unterschiedlichen Schulstandorten wurden leitfadengestützte Interviews mit Abbrecher/innen (n=12), Lehrkräften (n=12) und schulischen Funktionsträger/innen (n=19) geführt, die inhaltsanalytisch ausgewertet wurden. Die Ergebnisse weisen auf unterschiedliche Deutungsmuster der befragten Akteure hin. Während die schulischen Akteure die Gründe überwiegend im außerschulischen Bereich verorten und ihr Beratungsangebot entsprechend ausrichten, zeigen sich in den Interviews mit den Schulabbrecher/innen vor allem Lern-, Leistungs- und Motivationsdefizite sowie eine mangelnde Zielorientierung. Darüber hinaus offenbart sich eine enge Lehrer-Schüler-Beziehung, die durch eine ausgeprägte soziale Orientierung der Lehrkräfte sowie die Schülerklientel im Erwachsenenalter noch verstärkt zu werden scheint.

 

Mit „Zickzack“ zum Ziel. Biografische Einbettung und Implikationen des Zweiten Bildungswegs

Prof. Thomas Spiegler
Hochschule Friedensau

Der Beitrag konzentriert sich auf Biografien von Absolvent/innen des Zweiten Bildungswegs. Im Mittelpunkt steht die Frage nach dem Zustandekommen und den Besonderheiten dieser Bildungswegoption. Mit den Varianten ‚Weitermachen‘ und ‚Neubeginn‘ werden zwei entgegengesetzte Formen aufgezeigt, mittels derer die Befragten die Erfahrung des Zweiten Bildungswegs in die eigene Gesamtbiografie einordnen. Darüber hinaus wird in dem Beitrag der Frage nachgegangen, inwiefern ein solcher Weg aus Sicht der Befragten nachhaltige Implikationen für den weiteren biografischen Verlauf hat.

Der Beitrag basiert auf Daten einer umfangreichen qualitativen Studie zum Zustandekommen und Erleben von Bildungsaufstiegen. Die Untersuchung wurde im Zeitraum von 2010 bis 2014 in Kooperation mit der Studienstiftung des deutschen Volkes durchgeführt.



 
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