Veranstaltungsprogramm

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Sitzungsübersicht
Session
SY-II-22: Mobile Alltagswelten und Soziale Arbeit
Zeit:
Mittwoch, 21.03.2018:
13:30 - 16:00

Chair der Sitzung: Dr. Claudia Olivier-Mensah, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Ort: R12 R03 A69
40 Plätze
Sitzungsthemen:
qualitativ, quantitativ, Sozialpädagogik, Sozialisations-/Biographieforschung, Interkulturelle/Migrationspädagogik, Internationale Vergleichsstudien, Geschlechterforschung, Europäische Bewegungen der Bildung und des Sozialen

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Präsentationen

Mobile Alltagswelten und Soziale Arbeit

Chair(s): Dr. Claudia Olivier-Mensah (Johannes Gutenberg-Universität Mainz)

Diskutant(en): Dr. Claudia Olivier-Mensah (Johannes Gutenberg-Universität Mainz)

Mobilität in der globalen Welt verändert unsere Alltagswelten und fordert die Sozialpädagogik heraus. Durch ihre wohlfahrtsstaatliche Institutionalisierung ist die Sozialpädagogik weitgehend an Denk- und Handlungsmuster gebunden, die Gesellschaft im Rahmen nationaler Grenzen betrachtet und nur begrenzt mobile, Länder übergreifende Alltagswelten in den Blick nimmt. Die Transmigrationsforschung zeigt seit langem, wie MigrantInnen durch physische Mobilität Ländergrenzen in alltäglichen Praktiken überschreiten. Mit dem „mobility turn“ der 1990er Jahre wird dabei darauf hingewiesen, dass Mobilität über die körperliche Bewegung hinausgeht und etwa die Mobilität von Objekten sowie imaginierte, virtuelle und kommunikative Mobilität miteinschließt.

Das Symposium soll anhand aktueller empirischer Studien zur theoretischen Diskussion um Mobilität in der Erziehungswissenschaft beitragen und die kritische Analyse und Öffnung der nationalstaatlichen Bindung der Sozialen Arbeit weiterführen.

 

Beiträge des Symposiums

 

Children on the Move: Can Child Protection Services Keep Up?

Emma Palmer
Lancaster University

The paper will be based on a review of anti-child trafficking projects commissioned by the EU. The interest lies in the static conceptualisation of child protection, centred traditionally on familial abuse in a domestic setting. Children on the move challenge this stasis, just as they challenge constructions of what it is to be a child. This paper will explore these ideas and reflect on whether child protection services do more harm than good.

 

Mobilität als Bildungsoptimierung im Jugendalter

Alice Altissimo, Agnetha Bartels
Universität Hildesheim

Grenzüberschreitende geographische Mobilität im jungen Erwachsenenalter wird allgemeinhin als ein Prozess verstanden, der neue Perspektiven eröffnet und durch den soziale Zugehörigkeiten, Selbstpositionierungen und Verselbständigungsprozesse jenseits des Gewohnten entstehen können. Im Beitrag zeigen wir, wie junge, in Europa transnational mobile Menschen, Mobilität als einen Prozess ihrer Lerngeschichte verarbeiten. Bereits die Vorbereitungsphase des Auslandsaufenthaltes (bspw. für ein Studium, einen Freiwilligendienst oder eine Ausbildung), wird als Lernprozess gedeutet und der Aufenthalt im Ausland als Bildungsoptimierung betrachtet. Während des Auslandsaufenthaltes artikulieren die jungen Mobilen neue Formen der Selbstpositionierung in sozialen Beziehungen, bspw. deren Peers. Junge, in Europa mobile, Menschen lernen damit, sich in unterschiedlichen Bildungsstrukturen zurecht zu finden. Datengrundlage bilden qualitative Interviews und ein quantitativer Survey (n=5.499) mit in Europa mobilen jungen Erwachsenen. Die Daten stammen aus dem EU Horizon 2020 Projekt „Move“.

 

Mobile Aging and the Emergence of Transnational Care Spaces

Prof. Dr. Cornelia Schweppe
Johannes Gutenberg-Universität Mainz

„Aging in Place“, d.h. das Verweilen im Alter in der vertrauten Umgebung, prägte und prägt auch weiterhin die Alten(hilfe)forschung, -politik und -praxis. Entsprechend wurde und wird Hilfe, soziale Unterstützung und Pflege von alten Menschen im lokalen bzw. nationalen Rahmen verortet. Demgegenüber zeigt sich zunehmend, dass Mobilitätsprozesse über nationale Grenzen hinweg das Leben vieler alter Menschen prägen Dies betrifft nicht nur alte Menschen mit Migrationshintergrund oder die im Rahmen der Ruhestandmigration identifizierten, meist materiell besser gestellte „lifestyle-Migrant_innen“. Zunehmend sind es prekäre Sorge- und Pflegemöglichkeiten in den Herkunftsländern, die alte Menschen – häufig mit relativ geringen Einkommen – mobil werden lassen. Vermehrt führen diese Prozesse nach Asien, Südamerika und Afrika. Anhand einer ethnographischen Studie zu Mobilitätsprozessen älterer Menschen aus deutschsprachigen Ländern nach Thailand soll gezeigt werden, wie in diesen Prozessen Limitierungen der auf Lokalität bzw. Nationalität fokussierenden Unterstützungs- und Pflegestrukturen virulent werden und transnationale Sorgeräume entstehen. Das Aufgreifen globaler Ungleichheit und durch Armut freigesetzte Sorgearbeit in Thailand erweisen sich für diese transnationalen Verflechtungszusammenhänge als grundlegend. Sie versprechen verheißungsvolle Alternativen des Lebens im Alter, sich jedoch zuweilen als Gegenteil präsentieren und Fragen globaler Gerechtigkeit aufwerfen.

 

Digital Nomads and the Production of (In)Stable Routines in the Context of Mobility

Annika Müller
Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Seit jüngster Vergangenheit taucht mit zunehmender Häufigkeit der Begriff Digitaler Nomade in Onlineartikeln, Blog- oder Videobeiträgen auf. Wissenschaftliche Auseinandersetzungen mit dem dahinterstehenden Phänomen bilden hingegen bislang die Ausnahme. Doch wer verbirgt sich hinter diesem Schlagwort? Im Allgemeinen handelt es sich bei Digitalen Nomaden um Entrepreneure, Freelancer oder Startup-Mitglieder, die für ihre Arbeitstätigkeit lediglich einen Laptop und eine Internetverbindung benötigen. Die damit einhergehende Flexibilität machen sich die im Vortrag vorzustellenden Personen zu Nutze und begeben sich immer wieder an wechselnde, ihnen (un)bekannte Aufenthaltsorte weltweit. Entlang empirischer Beispiele einer qualitativ ausgerichteten Studie wird im Beitrag besprochen, wie die handelnden Akteure im Kontext dieser Mobilität auf vielfältige Weise kontinuierlich Routinen herstellen und wieder aufbrechen. Dabei wird gezeigt inwiefern insbesondere der Wechselwirkung von geographischer und onlinebasierter Mobilität eine zentrale Rolle zu Teil wird. Denn mit der dadurch erzeugten transnationalen sozialen Eingebundenheit gelingt es, Vertrautes im Fremden herzustellen – ein zentrales Charakteristikum der Alltagswelt Digitaler Nomaden.

 

Transnational Social Work Practice in a Mobile World

Dr. Mieke Schrooten
Odisee University College

Social workers are increasingly confronted with mobile people who move multiple times, whose social networks are transnational, and, combine complex migration trajectories and whose social lives are shaped by various sites. Social workers who work with these transnational mobile clients are critically confronted with locally grounded, “one-nation state” solutions to response to their clients’ needs. Social work will need to cross borders to cope with increasing mobility and temporality. Building upon a qualitative research on social work with transmigrants and on a research project with refugee families, this lecture will explore and describe emerging social work practices that aims to respond to these mobile populations. They range from individual practices with one client to those forms which are embedded in transnational networks of social work organisations.



 
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