Conference Agenda

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Session Overview
Session
SY-I-17: Critical Diversity Literacy – Spannungslagen und Herausforderungen in internationalen Forschungskooperationen zum Thema Diversity
Time:
Monday, 19/Mar/2018:
12:30pm - 3:00pm

Session Chair: Prof. Ulla Klingovsky, Pädagogische Hochschule FHNW
Location: T03 R02 D26
48 Plätze, Seminarraum
Session Topics:
Intercultural and Migrant Education, Adult Education, Educational Theory, theoretical, Education for Sustainable Development, Movements of Thinking in Educational Science

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Presentations

Critical Diversity Literacy – Spannungslagen und Herausforderungen in internationalen Forschungskooperationen zum Thema Diversity

Chair(s): Prof. Ulla Klingovsky (PH Fachhochschule Nordwestschweiz)

Internationale Forschungskooperationen sind gekennzeichnet durch das Aufeinandertreffen unterschiedlicher sozialer und kultureller Ordnungen. Insbesondere wenn in diesen Kontexten Fragen von ‚Diversity‘ im Zentrum stehen, entwickeln sich durch unterschiedliche Bewegungen sog. ‚Kontaktzonen‘. Als Verhandlungsräume im Sinne von Bildungsgelegenheiten eröffnen sie die Möglichkeit, eine Critical Diversity Literacy (CDL) zu entwickeln und damit unterschiedliche gesellschaftliche Positionierungen und die damit verbundenen Privilegien oder Benachteiligungen (an)zuerkennnen, d.h. wahrzunehmen und verhandelbar zu machen. Am Beispiel einer konkreten internationalen Forschungskooperation wird in diesem Symposium der Frage nachgegangen, welchen Beitrag diese kritische Lesefähigkeit (CDL) für die internationale Forschungskooperation leisten kann, wie sie weiterentwickelt werden soll und welche Effekte hieraus für andere Forschungs- und Bildungspraxen gewonnen werden können.

 

Presentations of the Symposium

 

Activating Contact Zones through Critical Diversity Literacy

Prof. Melissa Steyn
University of the Witwatersrand Johannesburg

Cultural and societal changes on a global scale are transforming the South African as well as the European societies and create challenges that require theoretical understanding and educational interventions. Therefor we investigate in our international research cooperation the conditions for a Critical Diversity Literate (CDL) social imaginary informed by more criticially diversity literate, through the introduction of art intervention in workshops. We wish to investigate how and under what conditions contact zones might transform distant or contentious relations among groups to mutual learning and engagement across differences, whereby people emerge with an enhanced understanding about the Other and an ability to see commonalities across differences. The learning opportunities we see unfold in contact zones concern enhanced ability to communicate inclusion and act against exclusion, an awareness of the complexity of culture, and reduced stereotypes. Thus, the educational opportunities evoked in 'contact zone' refer to the potential of a transformational quality of interaction among people from different groups interact. The goal of this presentation is to show how to encourage the quality of the 'contact zone' to emerge.

 

Kontaktzonen als Verhandlungsräume

Prof. Nora Sternfeld
Department of Art Aalto University

Unter 'Kontaktzonen' sind im Rahmen der genannten Forschungskooperation und in Anlehnung an die postkolonialen TheretikerInnen Mary Louise Pratt und James Clifford Verhandlungsräume zu verstehen, in denen in einer jeweiligen Gegenwart unterschiedliche soziale und kulturelle Ordnungen aufeinandertreffen. Die Handlungsmöglichkeiten der Beteiligten sind dabei an ihre sozialen und kulturellen Positionierungen innerhalb der 'vorherrschenden' Machtverhältnisse gebunden – doch ihr Handeln ist nicht vollständig durch diese bestimm- und vorhersehbar (Sternfeld 2011, 2013). In diesen vermachteten Handlungsräumen können verschiedene Geschichten, Bezüge und Machtverhältnisse in den Blick geraten. In der Theorie der Contact Zones wird Subjektbildung als dem Kontakt substantiell vorausgehend vorgestellt, sondern AkteurInnen konstituieren sich im Prozess und im Verhältnis zu einander. Kontaktzonen können als Bildungsgelegenheiten wahrgenommen werden, die die Fähigkeiten der Beteiligten zur kritischen (An)Erkennung von Diversitäten fördern, ohne hegemoniale Differenz- und Normalitätsordnungen zu reproduzieren. Über die Arbeit am Anderen im Eigenen bzw. Unmarkierten wird der Verlust in den eigenen Selbstpositionierungen erfahr- und neu beschreibbar. Die zentrale Fragestellung dieses Beitrags ist, wie von in Kontaktzonen beteiligte Subjekten scheinbar selbstverständliche bzw. naturalisierte Identifizierungen und Differenzierungen zurückgewiesen und/oder neu besetzt werden können.

 

Kritische Kunstvermittlung als Aktion und als Methode

Georges Pfründer
PH Fachhochschule Nordwestschweiz

Die Kunst und ihre Vermittlung eignen sich in besonderer Weise, gegebene gesellschaftliche Machtverhältnisse und Gesellschaftsformierungen in ethischen und ästhetischen Dimensionen darzustellen und konflikthafte gesellschaftliche Positionierungen neu zur Verhandlung zu bringen (Muhr 2012, Mörsch et.al. 2009, Settele/Mörsch 2012, Sturm 2003/2011). Vor diesem Hintergrund wurde ein Konzept 'kritischer Kunstvermittlung' entwickelt, das eine (kollektive) Wahrnehmung unterschiedlicher gesellschaftlicher Positionierungen und der damit verbundenen Privilegien und Benachteiligungen fördert und nach den 'losses' fragt, die in den eigenen Selbstpositionierungen erfahrbar und beschreibbar werden. Das Konzept 'kritische Kunstvermittlung' ist explizit auf die Eröffnung von Zeiten und Räumen angelegt, in denen sich Bewegungen ereignen können: Gerade indem Unvorhersehbares, Situatives, Störungen und Abweichungen nicht unverzüglich ausgeschlossen und damit weg-diszipliniert werden, eröffnen sie den Blick auf (spannungsreiche) Symbolisierungen und (machtvolle) Repräsentationen (vgl. Sturm 2011). Der Beitrag geht vor dem Hintergrund der Erfahrungen in der internationalen Forschungskooperation der Frage nach, wie im Rahmen von kunstvermittelnden Passagen durch evozierte Störungen und Verunsicherungen Lern- und Bildungsprozesse ausgelöst werden können.

 

Weiterbildung als Bildungsbewegungen towards a Critical Diversity Literacy

Prof. Ulla Klingovsky
PH Fachhochschule Nordwestschweiz

Das Konzept der Critical Diversity Literacy impliziert in bildungstheoretischem Sinne einen differenztheoretischen Subjektbegriff. Kritische und differenzanalytische Lern- und Bildungstheorien verweisen auf die Formierung von Subjektivität als gesellschaftlich bedingte Möglichkeit spezifischer Welt- und Selbstverhältnisse (Schäfer/Thompson 2009, Rieger-Ladich 2012, Klingovsky 2009). Bildungsprozesse können dabei selbst als Praxen der Subjektivierung (re)konstruiert werden, in denen sich „das Subjekt sowohl als Effekt einer vorgängigen Macht wie als Möglichkeitsbedingung für eine radikal bedingte Form der Handlungsfähigkeit“ (Butler 1997, S.19) hervorbringt. Die Forschungskooperation impliziert eine Perspektive auf Weiterbildung mit dem Ziel, Bildungsgelegenheiten zu schaffen, in denen die Störung dieser auf machtvollen Differenz- und Normalitätsordnungen basierenden Selbstverhältnisse produktiv werden kann. Die Grenze des Verstehens an den Rissen, Unvereinbarkeiten und Brüchen vorhandener Differenz- und Normalitätsordnungen wird dabei als politisches Moment kritischer Lern- und Bildungsprozesse verstanden. In diesem Beitrag soll gezeigt werden, wie derartige 'ursprüngliche' und 'naturalisierende' Selbst- und Weltverhältnisse neu befragt werden können, indem an den Rändern der eigenen Differenzwahrnehmung zugleich die machtvolle Konstruktion und damit verbundene Begrenzung vorhandener Differenz- und Normalitätsordnungen manifest werden (vgl. Klingovsky 2013).



 
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