Conference Agenda

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Session Overview
Session
AG-II-29: Zuwanderung, Mehrsprachigkeit und die Förderung kultureller Basiskompetenzen – „Literacy“ von Jugendlichen und Erwachsenen
Time:
Wednesday, 21/Mar/2018:
9:00am - 11:30am

Session Chair: Prof. Ingrid Gogolin, Universität Hamburg
Session Chair: Prof. Josef Schrader, Deutsches Institut für Erwachsenenbildung
Location: T03 R04 D10
60 Plätze, Seminarraum
Session Topics:
qualitative, quantitative, Other, not closely related

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Presentations

Zuwanderung, Mehrsprachigkeit und die Förderung kultureller Basiskompetenzen – „Literacy“ von Jugendlichen und Erwachsenen

Chair(s): Prof. Ingrid Gogolin (Universität Hamburg), Prof. Josef Schrader (Deutsches Institut für Erwachsenenbildung (DIE))

Migrationsbewegungen akzentuieren die Frage nach kulturellen Basiskompetenzen, zumal die Beherrschung der Schriftsprache. International-vergleichende Large Scale-Assessments haben gezeigt, dass Schüler(innen) mit Migrationserfahrungen in den unteren Kompetenzstufen überrepräsentiert sind. Vergleichbare Befunde für migrationsbedingte Benachteiligungen liegen auch für Erwachsene vor (z.B. level-one-Studie, PIAAC- und CiLL-Studie). Es gelingt nicht, kulturelle Basiskompetenzen für alle zu sichern und über den Lebenslauf zu stabilisieren (Schrader, 2015). Dies gilt besonders bei Neuzuwandernden. Vor diesem Hintergrund widmet sich die vorgeschlagene Arbeitsgruppe der Entwicklung schriftsprachlicher Kompetenzen bei Jugendlichen und Erwachsenen. Der Fokus ist auf den spezifischen Aspekt der Mehrsprachigkeit gerichtet. Vorgestellt werden empirische Beiträge, die sich auf die leitende Frage richten, wie sich Mehrsprachigkeit auf Entwicklung und Förderung schriftsprachlicher Kompetenzen auswirkt.

 

Presentations of the Symposium

 

Schriftsprachliche Fähigkeiten Mehrsprachiger am Ende der Sekundarstufe und ihre Funktion für Berufs- und Zukunftsentscheidungen

Hanne Brandt, Dr. Marina Lagemann
Universität Hamburg

Aus der Mehrsprachigkeitsforschung liegen zur Frage, wie sich die Entwicklung in höheren Stufen des Bildungsgangs vollzieht, kaum Erkenntnisse vor (Lengyel 2017). Vernachlässigt ist insbesondere die Bildungsphase an der Schwelle zum Beruf. Qualitative Studien zeigen, dass Zukunftsentscheidungen Mehrsprachiger in dieser Phase zu Einstellungsänderungen gegenüber sprachlichen Kompetenzen führen können: die Herkunftssprachen werden in Berufswahlentscheidungen einbezogen, was neue Investitionen in die Kompetenzen herbeiführen kann (Fürstenau 2004). Der Beitrag prüft die Stichhaltigkeit dieser Beobachtung an einer substanziellen Stichprobe vor. Er stützt sich auf das Projekt „MEZ: Mehrsprachigkeitsentwicklung im Zeitverlauf“, in dem Schüler(inne)n mit deutschem, deutsch-türkischem und deutsch-russischem Sprachhintergrund in vier Wellen untersucht werden. Gemessen werden sprachliche Fähigkeiten im Deutschen, den Herkunftssprachen und in Schulfremdsprachen sowie Einflussfaktoren (z.B. kognitive Grundfähigkeiten). Zudem liegen Hintergrundmerkmale (Bildungs-, Sprach-, Migrationsbiographie) und Informationen zu sprachlichem Selbstkonzept sowie idealen und realen Bildungs- und Berufsaspirationen vor. Präsentiert werden Analysen von Zusammenhängen zwischen sprachlichen Fähigkeiten und den Bildungs- bzw. Berufsaspirationen, fokussiert auf die Fragen nach, ob sich Unterschiede zwischen ein- und mehrsprachigen Jugendlichen zeigen und wodurch sich diese erklären lassen.

 

Mehrsprachigkeit als Ressource: Kompetenzen dual-immersiv unterrichteter Schülerinnen und Schüler in der Drittsprache Englisch

Sandra Preusler1, Prof. Jens Möller1, Prof. Jürgen Baumert2
1Universität Kiel, 2MPI für Bildungsforschung Berlin

Im Mainstream der Bildungsforschung wird Mehrsprachigkeit als Risikofaktor für die Bildungsentwicklung konfiguriert. Es gibt international auch Hinweise darauf, dass sie Vorteile für sprachliches Lernen mit sich bringen kann. So wird Mehrsprachigkeit nach Cummins‘ Interdependenzhypothese mit Vorteilen für das Erlernen weiterer Sprachen in Verbindung gebracht. Allerdings bezieht sich die Forschung überwiegend auf frühe Phasen der Bildungsbiographie. Der vorgeschlagene Beitrag bezieht sich auf eine Untersuchung am Ende der Sekundarstufe I. In den Staatlichen Europa-Schulen Berlin (SESB) werden Schüler/innen unterschiedlichen sprachlichen Hintergrunds nach dem Prinzip der dualen Immersion auf Deutsch und je einer Partnersprache unterrichtet. Die Untersuchung ergibt, dass der Unterricht sich positiv auf den Lernerfolg in der Fremdsprache Englisch auswirkt. Dafür sprechen eine kriteriale Verortung der Englischleistungen im Kontext der Bildungsstandards und ein sozialer Vergleich mit konventionell unterrichteten Gleichaltrigen. Die guten Leistungen in Englisch deuten auf zwischensprachlichen Transfer bei dual-immersiv unterrichteten Schüler/innen hin. Nach einer multiplen Regressionsanalyse haben sowohl erst- als auch zweitsprachliche Fähigkeiten substanziellen Einfluss auf Leseverstehen in der Drittsprache. Die Befunde werden im Zusammenhang mit den Potenzialen einer Förderung erstsprachiger Kompetenzen bei Schüler/innen mit Zuwanderungshintergrund diskutiert.

 

Functional Illiteracy amongst adults with and without migration background – results from single case studies

Réka Vagvölgyi1, Prof. Hans-Christoph Nürk1, Prof. Josef Schrader2
1Universität Tübingen, 2Deutsches Institut für Erwachsenenbildung (DIE) Deutschland

The most recent definition recognizes functional illiteracy as “the incapability to understand complex texts despite adequate schooling, age, language skills, elementary reading skills and IQ. These inabilities must also not be fully explained by sensory, domain-general cognitive, neurological or mental disorders (Vágvölgyi, Coldea, Dresler, Schrader, & Nuerk, 2016, p. 1)”. Empirically, we don’t know much about the socio-economic, cognitive and linguistic causes of functional illiteracy and their interactions. The goal of this study is to identify and compare functional illiterate adults with and without migration background from adult basic education classes (five participants) with typically achieving individuals in basic linguistic, cognitive and mathematical skills (seven participants). The results show that the illiterate adults perform significantly worse than the control or norm sample in almost all the measures. At the same time, we find a huge heterogeneity according to their literacy and linguistic skills. Despite the limited power of a multiple single case study, our findings demonstrate that research needs to look beyond the group level, not just severe impairments but inter-individual differences also characterize functional illiterates. The conclusions illustrate the need for a larger and deeper assessment of functional illiterates' abilities. Only extensive measurements will enable practitioners to design more effective and individualized interventions.



 
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