Conference Agenda

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Session Overview
Session
SY-II-21: Vertraute Pfade und unbekanntes Terrain. Bewegungen kritischer Pädagogik im Kontext globaler Transformationen
Time:
Wednesday, 21/Mar/2018:
1:30pm - 4:00pm

Session Chair: Prof. Andrea Liesner, Universität Hamburg
Session Chair: Prof. Anke Wischmann, Universität Hamburg
Location: S06 S01 B29
51 Plätze, Seminarraum
Session Topics:
qualitative, School Development and Research, Civic and Political Education, Teacher Education, Research on Learning and Instruction, Educational Theory, Sociology of Education, General Education, theoretical, European Movements and Education

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Presentations

Vertraute Pfade und unbekanntes Terrain. Bewegungen kritischer Pädagogik im Kontext globaler Transformationen

Chair(s): Prof. Andrea Liesner (Universität Hamburg), Prof. Anke Wischmann (Universität Hamburg)

Discussant(s): Dr. Julia Seyss-Inquart (Universität Graz)

Das Symposium ist als internationaler Dialog konzipiert, der anhand verschiedener nationaler Beispiele die Beziehung zwischen aktuellen gesellschaftlichen Transformationsprozessen und gleichzeitigen Bewegungen erziehungswissenschaftlicher Forschung in den Blick nimmt. Im Mittelpunkt soll dabei die Frage nach Möglichkeiten pädagogischer Kritik an den komplexen Herausforderungen stehen, die soziale Bewegungen heute an erziehungswissenschaftliche Theorie und Empirie stellen: Der erste Vortrag analysiert Initiativen zugunsten der Schulbildung von Flüchtlingskindern in Deutschland, der zweite mit der sog. Identitären Bewegung und dem pop-Jihadismus rechtsextreme Jugendbewegungen in Österreich. Der dritte fokussiert Strategien zur Terrorbekämpfung im englischen Bildungssystem und im vierten geht es um in Deutschland bislang kaum thematisierte Bewegungen gegen das Vergessen nationalsozialistischer Verbrechen in Griechenland und Italien.

 

Presentations of the Symposium

 

Zwischen engagierter pädagogischer Hilfe, politischen Interessen und wirtschaftlichem Kalkül. Initiativen zugunsten der Schulbildung geflüchteter Kinder und Jugendlicher in Deutschland

Prof. Andrea Liesner, Prof. Anke Wischmann
Universität Hamburg

Bis heute andauernde kriegerische Auseinandersetzungen sowie ökologische und ökonomische Krisen haben in den letzten Jahren zu einem enormen Zuwachs an Menschen geführt, die sich weltweit auf der Flucht befinden. Unter den vielen, die derzeit in Deutschland Asyl suchen, sind ca. ein Drittel jünger als 18 Jahre und zu einem großen Teil schulpflichtig. Die Maßnahmen zur Ermöglichung einer angemessenen Schulbildung dieser Kinder und Jugendlichen variieren stark zwischen den Bundesländern, ebenso zwischen unterschiedlichen Anbietern und Initiativen. In diesem Beitrag soll zunächst anhand ausgewählter Beispiele aufgezeigt werden, welcher Art diese Maßnahmen sind und wie sie sich voneinander unterscheiden. Anhand narrativ angelegter Interviews mit jugendlichen Geflüchteten werden wir im Anschluss die Perspektiven derjenigen einbeziehen, um die es geht und die von den Bildungsangeboten profitieren sollen.

Wir möchten daran anschließend erstens aus erziehungswissenschaftlicher Perspektive die unterschiedlichen und z.T. divergenten Interessenlagen der auf unterschiedlichen Ebenen ins Thema Involvierten analysieren. Zweitens soll reflektiert werden, welche Maßnahmen und Initiativen aus pädagogischer Sicht als angemessen und sinnvoll zu beurteilen sind, welche Skepsis verdienen und welche schon heute problematisch erscheinen. Kritisch geprüft werden dabei auch die eigenen Erkenntnisansprüche.

Kommentar: Prof. Dr. em. Gerd Steffens / Universität Kassel.

 

Hippe Identitäre und pop-jihadistischer Lifestyle

Prof. Agnieszka Czejkowska
Universität Graz

Der Beitrag widmet sich dem Themenkomplex Aktivismus und Radikalisierung von Jugendlichen. Im Zentrum stehen ‚Anrufungen’ populärkultureller Sujets wie „respect my identity“ oder „the jihadi hipsters“. Denn diese bedienen erfolgreich problematisch gewordene Bewegungen: In Europa organisieren sich seit 2012 junge Erwachsene als ‚identitäre’ Gruppen. Sie sind Teil der Neuen Rechten, die sich vom Nationalsozialismus abwendet, jedoch alternative rechtsextreme Deutungen anbietet (vgl. Glösel/Strobl/Bruns 2016). Mittels Populärkultur und neurechter Rhetorik wirken sie besonders auf die bürgerliche Mitte ansprechend. Die Inszenierung einer jihadistischen Jugendkultur bedient sich ähnlicher Mechanismen. Obwohl es keine klassische Biographie eines Jihadisten gibt (Schmidinger 2016), haben die jungen Jihadisten doch eine Gemeinsamkeit: die gesellschaftliche Entfremdungserfahrung. Der pop-jihadistische Lifestyle verspricht hier eine Lösung.

Kommentar: Vertr.-Prof. Dr. Sven Kluge, Universität Duisburg-Essen.

 

The state of exception: The counter-terrorism agenda in English educational institutions and the implications for race equalityc

Dr. Charlotte Chadderton
University of East London

This paper will consider the counter-terrorism agenda in England, with a specific focus on education and requirements for staff and practitioners. In particular it will look at Prevent, one of the four strands of the British government´s counter-terrorism strategy, Contest. Prevent aims to stop individuals being radicalized and becoming involved in terrorism, and was developed initially in response to the attacks on the World Trade Center in 2001 and the London Bombings in 2005. Since then it has been redeveloped and amended, and has a specific focus on schools and universities. Drawing on the work of Judith Butler and Critical Race Theorists, the paper argues that seen in the light of the current War on Terror and related limiting of freedoms and increase in surveillance, particularly of Muslims, these measures should be regarded as symptomatic of a return to sovereignty and the re-introduction of the State of Exception.

Kommentar: Mag. Marina Tomic Hensel, Univesität Wien.

 

Am Beispiel Distomo. Umkämpfte Erinnerungen und Möglichkeiten (post-)kolonialer Theorieeinsätze für eine (selbst-)kritische politische Bildung heuteg

Christina Gericke
Universität Hamburg

Der Beitrag nimmt NS-Verbrechen in Italien, Griechenland und Slowenien zum Ausgangpunkt für erinnerungspolitische Fragestellungen im Kontext politischer Bildung und Erinnerungsarbeit. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der deutschen Besatzungszeit Griechenlands 1941-1944 und den dort verübten NS- Verbrechen, damals so genannte „Sühnemaßnahmen“ zur angeblichen „Andarten-“, also Partisanenbekämpfung. Die zurückhaltende Auseinandersetzung mit diesen Ereignissen, die Art und Weise des offiziellen politischen Umgangs mit den Ereignissen, mit Überlebenden und ihren Angehörigen, sowie die Formen des Gedenkens und Erinnerns stehen im Widerspruch zum BRD-Narrativ vorbildlicher ‚Vergangenheitsbewältigung’. Im Beitrag wird die These zur Diskussion gestellt, dass die De-Thematisierung dieser NS-Verbrechen im nationalen wie europäischen Kontext störende Erinnerungen ausschließt und als Ausdruck einer kulturellen Hegemonie gelesen werden kann. Hier können aus (post)kolonialen und feministischen Theorien entliehene Konzepte dazu beitragen, auch innereuropäische, von Wissen/Macht geprägte Verhältnisse aufzuschließen, anderen Ereignissen zur Artikulation zu verhelfen und im Kontext politischer und interkultureller Bildung bestimmte erziehungswissenschaftliche Pfade zu problematisieren und andere zu erproben.

Kommentar: Vertr.-Prof. Dr. Susanne Spieker, Universität Koblenz-Landau



 
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