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Sitzungsübersicht
Session
AG-I-12: Bewegungen in der Lehrkräfteausbildung – Potentiale und Herausforderungen disziplinübergreifender Kooperation im Kontext von Lehr-Lern-Laboren
Zeit:
Dienstag, 20.03.2018:
9:00 - 11:30

Chair der Sitzung: Prof. Dr. Marius Harring, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Chair der Sitzung: Dr. Lena Groß-Mlynek, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Ort: T03 R02 D39
72 Plätze, Seminarraum
Sitzungsthemen:
qualitativ, quantitativ, Lehrerbildung, Lehr-/Lernforschung/Unterrichtsforschung, Fachdidaktik Mathematik/Naturwissenschaften, Fachdidaktik Geistes-/Gesellschaftswissenschaften, Fachdidaktik Sprachen, Europäische Bewegungen der Bildung und des Sozialen

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Präsentationen

Bewegungen in der Lehrkräfteausbildung – Potentiale und Herausforderungen disziplinübergreifender Kooperation im Kontext von Lehr-Lern-Laboren

Chair(s): Prof. Dr. Marius Harring (Johannes Gutenberg-Universität Mainz), Dr. Lena Groß-Mlynek (Johannes Gutenberg-Universität Mainz)

Diskutant(en): Prof. Dr. Eckhard Klieme (Deutsches Institut für internationale pädagogische Forschung)

Im Zuge der Qualitätsoffensive Lehrerbildung erfahren derzeit vor allem zwei Bewegungen erhöhte Aufmerksamkeit und stellen sowohl inhaltliche als auch organisatorische Transformationsprozesse im Rahmen der ersten Phase der Lehrkräfteausbildung dar: Dies ist zum einen die stärkere Verzahnung von Theorie und Praxis im Lehramtsstudium und zum anderen die zunehmend geforderte Kooperation zwischen Fachwissenschaften, Fachdidaktiken und Bildungswissenschaften. Jene beiden Bewegungen werden an mehreren Universitäten in sogenannten Lehr-Lern-Laboren zusammengeführt. Die Labore bieten Studierenden die Möglichkeit selbst entwickelte Unterrichtseinheiten in komplexitätsreduzierten Settings mit Schülerinnen und Schülern praktisch zu erproben und zu analysieren. Im Rahmen der Arbeitsgruppe sollen exemplarisch drei Konzepte und Prozesse der Implementierung von Lehr-Lern-Laboren an den Standorten Berlin, Koblenz-Landau und Mainz vorgestellt und deren Potenziale und Herausforderungen diskutiert werden.

 

Beiträge des Symposiums

 

Bewegungslinien und ihre Herausforderungen – Wege einer systematischen Verzahnung von Bildungswissenschaften und Fachdidaktiken

Dr. Lena Groß-Mlynek, Prof. Dr. Marius Harring, Prof. Dr. Tobias Feldhoff
Johannes Gutenberg-Universität Mainz

An der Universität Mainz wird mit der Etablierung von „Lehr-Lern-Forschungslaboren“ (LLF) eine systematische Verknüpfung von Theorie und Praxis in der Lehrkräfteausbildung angestrebt. Das Besondere der Mainzer Labore ist die enge inhaltliche Kooperation zwischen den beteiligten Fachdidaktiken (Englisch, Geschichte und Physik) und den Bildungswissenschaften. Um die Studierenden auf den Unterricht in den Laboren vorzubereiten, werden die Inhalte von fachdidaktischen und bildungswissenschaftlichen Seminaren miteinander verzahnt. Den gemeinsamen theoretischen Rahmen bietet das Konstrukt der kognitiven Aktvierung als eine Säule der Basisdimensionen guten Unterrichts (Klieme et al. 2006). Aufbauend auf die theoretische Auseinandersetzung mit den Basisdimensionen guten Unterrichts entwickeln Studierende für ihr jeweiliges Fach kognitiv aktivierende Aufgabenformate, die anschließend in den Laboren mit Schüler*innen umgesetzt und anhand von Videoaufnahmen reflektiert werden. Eine besondere Herausforderung in der Umsetzung der Labore besteht darin, die unterschiedlichen fachspezifischen Diskurse mit ihren facheigenen Begrifflichkeiten in das Rahmenkonzept der kognitiven Aktivierung einzuordnen sowie parallel verlaufende Seminare inhaltlich und zeitlich abzustimmen. Auf struktureller Ebene entsteht die Schwierigkeit die gleiche Studierendengruppe den entsprechenden Seminaren der unterschiedlichen Disziplinen zuzuordnen. Im Beitrag sollen Lösungsansätze aufgezeigt und diskutiert werden.

 

Fächerübergreifende Wirkungen des Lehrformats »Lehr-Lern-Labor-Seminar«

Daniel Rehfeldt, Prof. Dr. Volkhard Nordmeier
Freie Universität Berlin

Dem komplexitätsreduzierten, theoriegeleitet-reflektierten Üben von »echtem« Unterricht wird eine Bedeutung für das handlungsfähige Erlernen fachdidaktischen Wissens zugeschrieben (Fischler, 2008). Unser auf die Fächer Englisch, Geschichte, Sachunterricht übertragenes Lehr-Lern-Labor-Seminar-Konzept (LLLS) zeichnen sich durch das fachdidaktische Planen, iterative Durchführen, Beobachten und videogestützte Reflektieren von Kleingruppen-Unterricht mit realen Schüler*innen aus. Für die Gestaltung der LLLS orientieren wir uns am Fusionsmodell »Lehr-Lern-Labor-Seminar als Lernort professioneller Wahrnehmung und Handlung im zyklischen Prozess« (Rehfeldt et al., 2017). Im Vortrag soll es auch um die Herausforderungen der Implementierung dieses traditionellen MINT-Lehrformats in andere Fachdidaktiken gehen. Fächerübergreifend zeigt sich ein erhöhter Organisations- und Kommunikationsaufwand für Lehrende/Studierende. Fachspezifisch stellt sich die Hürde der Schaffung eines spannenden Angebots für Schüler*innen. Speziell in der Geschichtsdidaktik bestehen zudem Konkurrenzen zu Museen und Denkmälern als Ausflugsorte, die Englischdidaktik musste die Hürde eines regulären Semesterkurses bewältigen. Es werden Lösungen für diese Herausforderungen aufgezeigt und fächerübergreifende Forschungsergebnisse präsentiert. Diese zeigen, dass LLLS in ihren theoretischen Inhalten als äußerst praxisrelevant wahrgenommen werden. Zudem entwickelt sich die Reflexionskompetenz sehr positiv.

 

Voranbringen und konstruktiv vernetzen – Lehr-Lern-Labore als Zentren von Schülerförderung, Lehramtsausbildung und fachdidaktischer Forschung

Prof. Dr. Jürgen Roth
Universität Koblenz-Landau

Bewegungen sind zielführend, wenn sie alle Akteure inhaltlich voranbringen und im Idealfall konstruktiv vernetzen. Lehr-Lern-Labore besitzen das Potential Schüler/innen zu fördern, Lehramtsstudierende theorie- und forschungsbasiert praxisnah auszubilden sowie die empirische (fachdidaktische) Forschung voranzubringen. Im Mathematik-Labor „Mathe ist mehr“ (mathe-labor.de) der Universität Koblenz-Landau können Lehramtsstudierende im Sinne des zyklischen forschenden Lernens ihre theoretischen Kenntnisse und Fähigkeiten praxisnah anwenden, trainieren und reflektieren. Im „Didaktischen Seminar“ betreuen und reflektieren Studierende zunächst einen Stationsdurchlauf einer Schulklasse, bevor sie theoriegeleitet eine Laborstation des Mathematik-Labors mit allen Materialien konzipieren und umsetzen. Zuletzt betreuen sie eine Klasse bei der Bearbeitung ihrer selbsterstellten Station und reflektieren darüber. Um diese intensive Arbeit besser mit den mathematikdidaktischen Vorlesungen vernetzen zu können, wurde das Online-Video-Tool ViviAn (Videovignetten zur Analyse von Unterrichtsprozessen; vgl. vivian.uni-landau.de) entwickelt. Hier werden Videovignetten von Schülerarbeitsprozessen aus dem Mathematik-Labor mit relevanten Informationen und Aufträgen zur Prozessdiagnose angereichert. Diese werden passgenau zu den Inhalten der Fachdidaktischen Vorlesungen von den Studierenden vorlesungsbegleitend bearbeitet. Das genannte Setting wird in vier Promotionen (weiter-)entwickelt und beforscht.



 
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